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Willkommen
Horizont
.... Hallo, hast du nicht Lust,
mit nach Turkmenistan zu fahren?
Es begann
alles damit, dass Mitte Juni auf dem Display vom
Handy meines Freundes folgende Meldung zu lesen war. „Hallo, hast
du nicht Lust, mit nach Turkmenistan zu fahren? Abfahrt am 14.7.1998!“ Jetzt
gab es für ihn mehrere Probleme, erstens bis zum geplanten Abfahrtstermin waren
es nur noch sechs Wochen, zweitens wo liegt eigentlich Turkmenistan, drittens,
wie soll das mit den Visa laufen und viertens warum in aller Welt ausgerechnet
Turkmenistan? Erst einmal wurde eine Landkarte zu rate gezogen, um die genaue
Lage des Reiseziels festzustellen. Turkmenistan gehörte zur ehemaligen
Sowjetunion und ist jetzt einen selbstständige Republik, nördlich vom Iran.
Somit war zumindest dieses Problem geklärt und die erste Neugierde geweckt.
Nach einem längeren Telefonat mit dem Absender der ursprünglichen Message,
waren auch die anderen Fragen weitest gehend geklärt. Turkmenistan deshalb,
weil es zu 90% aus Wüste besteht! Die Reiseroute war schnell abgeklärt.
Anreise über Russland, dann in den Norden von Kasachstan und dann irgendwie
zwischen dem Kaspischenmeer und dem Aralsee nach Süden in Richtung Aschrabat.
Klang alles recht einfach, nur der Blick auf die Landkarte brachte es recht
schnell ans Tageslicht; Ab Kasachstan gab es leider keine Straßen mehr. Die
Visabeschaffung war relativ einfach. Im Vorfeld der Reise, wurden auf der ITB in
Berlin Kontakte zu einigen Reiseveranstaltern aus Turkmenistan aufgenommen. Via
Internet habe wir eine Einladung erhalten. Das Ausstellen der Visa war dann nur
noch eine Formsache. Für Russland ist eigentlich kein Transitvisum
erforderlich, es werden auch in der Russischen Botschaft keine Transitvisa
ausgestellt, da man Russland und Kasachstan mit einem gültigem turkmenischen
Visa im Transit passieren darf. Aber so richtig garantieren möchte das keiner
in der russischen Botschaft in Berlin. Aus diesem Grund haben wir uns dann noch
ein Touristenvisa für Russland besorg. Die Zeit bis zur geplanten Abreise wurde
mit dem Vorbereiten der Fahrzeuge verbracht und nachdem wir auch noch am
Abfahrtstag das russische Visa in Empfang nehmen konnten, konnte es eigentlich
losgehen.
Wegelagerei im Sinne von Überfällen,
ist uns nicht vorgekommen
Anfahrt;
Berlin – Kasachstan. Alleine schon der Blick auf die Landkarte hat allen
Mitfahrern deutlich gemacht, das sich Kasachstan nicht gerade Nebenan befindet.
Die Anfahrt erwies sich dann auch als sehr lang und auf weiten Strecken auch als
sehr eintönig. Für uns Mitteleuropäer ist die Größe der russischen
Landschaft nicht durch Worte beschreibbar, sondern man muss sie schon im
wahrsten sinne des Wortes erfahren haben. Wegpunkte der Anfahrt waren: Berlin
– Moskau (2000 Km), Moskau – Samara (1000 Km), Samara – Aktjubinsk (1000
KM). Alles in allen als ca. 4000 KM Anfahrt. In der Vorbereitungsphase, wurden
wir immer wieder gewarnt, dass der „Wilde Osten“ gleich hinter der
polnischen Grenze anfängt und das wir auf alles Mögliche gefasst sein müssten.
Die wildesten Gerüchte von Mord und Totschlag auf den Straßen Russlands haben
uns erreicht. Demzufolge waren wir auch Vorsichtig. Ganz so schlimm wie es sein
sollte, war es nun auch wieder nicht. Wegelagerei im Sinne von Überfällen, ist
uns nicht vorgekommen, dafür haben wir mit voller Wucht die moderne Variante
von Wegelagerei gleich zu Anfang der Fahrt erfahren können. Davon aber Später
mehr. Nach Russland, besser gesagt nach Weißrussland sind wir über Brest
eingereist. Brest ist der größte Grenzort zwischen Polen und der ehm.
Sowjetunion. Die Ausreise aus Polen war unproblematisch und auf der weißrussischen
Seite, haben wir uns dann ordnungsgemäß in die Reihe der Wartenden Fahrzeuge
eingereiht. Nach einigen Stunden des langsamen Vorrückens, wurde uns
mitgeteilt, dass unsere Fahrzeuge zu Groß wären, um an diesem Grenzübergang
abgefertigt werden zu können. Wir hätten den in einigen Kilometern Entfernung
befindlichen LKW Grenzübergang zu benutzten. Für uns würde das Bedeuten,
wieder zurück nach Polen, um sich dann an die schier endlose Schlange der LKW´s
einzureihen. Wartezeiten von mehr als 72 Stunden sind an diesem LKW Übergang
keine Seltenheit. Dazu hatten wir natürlich keine Lust. Was folgte war eine längere
Diskussion mit den Dienst habenden Zollbeamten. Zum Glück waren unsere
Fahrzeuge in unseren Visa als sog. „Leichtkraftfahrzeuge“ eingetragen. Das
hat uns nicht nur in diesem Fall, sonder auch noch zu späteren Gelegenheiten
vor erheblichen „finanziellen Sonderzahlungen“ bewahrt. Am Ende konnten wir
nach längerer Diskussion Weißrussland betreten. Und hier wurden wir dann
gleich mit der eingangs erwähnten modernen Form der Wegelagerei konfrontiert.
Es wurde eine Transitgebühr in Höhe von 70 $US und die sich im Ostblock immer
mehr erfreuende „Ökologiesteuer“ erhoben. Bei der Transitgebühr konnten
wir auf den Eintrag der Fahrzeuge als „Leichtkraftfahrzeuge“ verweisen,
sonst hätten wir noch einmal 50 $US drauflegen müssen. Die Ökologiesteuer war
konstant und betrug 10 $US. Glücklicherweise blieb uns eine Desinfektions- und
Abfertigungsgebühr, wie sie auch gerne erhoben
wird, erspart. So eingestimmt auf die uns noch weiter bevorstehenden Grenzübertritte,
haben wir dann endlich die Fahrt Richtung Moskau aufnehmen können.
Es versteht sich dennoch von
selbst, dass man in diesen Gebieten genau nach Vorschrift fährt
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In der
Kasachischen Steppe
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Landschaftlich
ist dieser Teil Russland eher als eintönig zu bezeichnen. Die Landschaft ist
flach, landwirtschaftlich intensiv genutzt und teilweise mit endlosen Wäldern
durchsetzt. Die Straßen können als ganz passabel bezeichnet werden. Es
versteht sich dennoch von selbst, dass man in diesen Gebieten genau nach
Vorschrift fährt. Und dennoch hat es uns bei Moskau erwischt. Wegen links
abbiegen ohne entsprechendes Lichtzeichen sollten wir eine Strafe bezahlen. Zum
Besseren Verständnis sei hier kurz das russische System erklärt. Sofern man
von der GAI (der russischen Verkehrspolizei) angehalten wird und einem
Verkehrsvergehen beschuldigt wird, wird ein so genanntes Protokoll ausgestellt
in dem das Vergehen und die entsprechende Geldstrafe vermerkt sind. Natürlich
werden vorher die Fahrzeugpapiere in Verwahrung genommen. Mit diesem Protokoll,
aber ohne Papiere, fährt man dann zur nächstgelegenen Bank und zahlt die
Strafe auf ein Konto ein. Mit dem Einzahlungsbeleg fährt man dann wieder zurück
um seine Papiere auszulösen. Pech hat man, wenn am Sonn- und Feiertagen die
Banken geschlossen haben, dann muss man bis zum nächsten Tag warten, oder es
sich um eine mobile Kontrolle handelt, dann muss man nicht unbedingt erwarten,
dass die russischen Polizisten auf einen warten. In diesem Fall muss man sich
selber auf die Suche nach den Beamten machen und spätesten dann erkennt man,
dass Russland groß ist. Insgesamt ein Recht aufwändiges System. Das wissen
auch die Verkehrspolizisten und man kann dieses System umgehen, indem man in
„Harter Währung“ direkt bezahlt, natürlich ohne Quittung (die Höhe hängt
vom Verhandlungsgeschick ab), oder man hat sich vorab mit einer ausreichenden
Anzahl guter Fotokopien der Fahrzeugpapiere, die zusätzlich noch in Plastik
eingeschweißt wurden, versehen. Diese Kopien kann man dann bei Bedarf
„hinterlegen“. Wenn man viel Zeit hat kann man auch auf Stundenlanges
Diskutieren und nicht verstehen setzten.
Dafür schlägt der russische Bär
auf der Höhe von Smolensk gleich richtig zu
Zwischen Weißrussland
und Russland gibt es keine komplizierte Grenzabfertigung. Es werden hier nur die
Pässe oberflächlich kontrolliert. Dafür schlägt der russische Bär auf der Höhe
von Smolensk gleich richtig zu. Dort werden alle Ausländischen Fahrzeuge
herausgezogen und es ist eine kräftige Ökosteuer fällig. Trotz langer und
intensiver Diskussion musste diese Steuer (s. Infokasten) bezahlt werden. Das
Umfahren dieser Zahlstelle lohnt sich nur, wenn man Russland nicht wieder in
Richtung Europa verlassen will. Andernfalls muss man den Zahlungsbeleg bei der
Ausreise vorzeigen. Auch wenn es nur ein einfaches Papier ist, sollte man den
Beleg auf jedenfall aufheben! Moskau haben wir links liegen gelassen und sind
gleich weiter Richtung Samara gefahren. Auf dem Weg dorthin und ca. 170 Km südlich
von Moskau war in Rjazan ein besonders gut erhaltener Kremel (Festung) zu
besichtigen.
Samara, die
Stadt an der Wolga, haben wir nach zwei weiteren Tagen Fahrt erreicht. Die
Strecke bis dorthin war nicht besonders anstrengend, dennoch hat sich unterwegs
ein wichtiges Kupplungsteil von einem der Fahrzeuge verabschiedet, so das wir
auf Hilfe angewiesen waren. Hierbei konnten wir zum ersten Mal nicht nur die
ausgesprochene Gastfreundlichkeit erfahren, sondern auch das einmalige
Improvisationstalent der Russen. Es musste ein Kugelkopfgelenk am Kupplungsgestänge
erneuert werden. Kurzerhand haben wir bei den städtischen Busbetrieben Penza
nachgefragt und dort wurde ohne große Probleme mit einem stück Metall und der
entsprechenden Fähigkeit im Schweißen das Kugelgelenk erneuert. Dem Scharm von
Samara und der Wolga konnten wir uns nicht lange hingeben, da ja immer noch ca.
1000 Km bis zur kasachischen Steppe vor uns lagen. Also weiter, nun zunehmend
schlechter werdender Strecke nach Orenburg und zur kasachischen Grenze.
Durch
vorhergehende Reisen in dieses Gebiet ist mir der Grenzübergang zwischen
Orenburg und Aktjubinsk als ein besonders unproblematischer Übergang in
Erinnerung. Und so war es auch, nur das man jetzt für die Abfertigung sowohl
auf russischer, als auch auf kasachischer Seite eine „Gebühr“ zahlen musste
war neu. Ansonsten haben sich alle um eine ordentliche Abfertigung bemüht. Natürlich
viel auch hier wieder die obligatorische Ökologie Steuer an. Nun gut man war ja
in der Zwischenzeit schon daran gewöhnt.
Wir sollten 300 $ US als
Transitgebühr bezahlen. Natürlich weigerten wir uns.
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Wassertanken
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Schon weit
vor der Grenze hat sich die Landschaft allmählich zur Steppenlandschaft
gewandelt und vor Aktjubinsk haben sich dann auch die letzten Bäume
verabschiedet. Nur noch an geschützten Plätzen wuchsen kleinere Bäume.
Gleichzeitig nahm die Temperatur immer mehr zu. Nach der ersten Nacht in der
Steppe, wollten wir am Morgen nach Aktjubinsk fahren, doch vorher sollten wir an
einem Posten der „Trafic Police“ erst noch 300 $ US als Transitgebühr
bezahlen. Natürlich weigerten wir uns, was zur Folge hatte, dass sich der
Beamte, nachdem wir alles versucht hatten, Ihn davon zu überzeugen, dass
Wohnmobile keine LKW´s sind, dazu bereit erklärte, mit uns zu seinem
Vorgesetztem zu fahren. Also machten wir uns an einem Samstag Morgen zum Zollamt
auf, um diese Frage zu klären. Nachdem unsere Fahrzeuge einer eingehenden
Kontrolle unterzogen wurden, einige wichtige Telefonate getätigt waren, konnten
wir dann ohne Bezahlung der 300 $US, aber mit den besten Wünschen der Zollbehörde
nach Aktjubinsk hineinfahren.
Aktjubinsk
empfängt einem mit der typischen orientalischen Geschäftigkeit. Nach den
unendlichen Weiten der russischen Landeschaft und dem typischen monotonen
Warenangebot, war der Bazar von Aktjubinsk die reine Augenweide und ein El
Dorado für jeden Fotograf. Allerdings muss man die Altstadt mit ihrem Bazar
erst einmal finden! Aktjubinsk bedeutet aber für uns auch die Letzte sichere
Versorgungsmöglichkeit. Obwohl wir uns natürlich überall erkundigt hatten,
haben wir unterschiedliche Aussagen darüber erhalten, ob es auf der von uns
geplanten Route Diesel und Lebensmittel gibt, denn normaler weise fährt kein
Kasache diese Strecke! Also haben wir unsere Diesel- und Wassertanks aufgefüllt
und die Lebensmittelvorräte ergänzt. Nachdem auch noch die Wäsche gewaschen
und er Basar ausreichend besichtigt war, konnte es losgehen mit unserem
Abenteuer der Durchquerung der kasachischen Steppe und der Karakum Wüste.
Ständig hat man das Gefühl,
als führe man auf einem überdimensionalen Schrottplatz herum
Jetzt ging es
los! Langsam, aber stetig ging es nun in Richtung Süden. Unsere erste Etappe
war Emba. Waren die Straßen auf den Hauptstrecken noch einigermaßen passabel,
ließ die Qualität auf den weniger befahrenden Strecken erheblich nach.
Teilweise fehlte der Asphalt völlig, oder es waren so tiefe Schlaglöcher
vorhanden, dass man lieber neben der Strecke fuhr. Unser Weg schlängelte sich
jedenfalls immer weiter nach Süden. Einzige Orientierung war die
Eisenbahnstrecke, die uns auf den Ersten 250 Km begleitete. Orte, die auf der
Landkarte verzeichnet waren, entpuppten sich überwiegend als Geisterstädte.
Nach dem Systemwechsel, haben viele Einwohner ihr Glück in den Großstädten
gesucht und die ohnehin stark subventionierten Industrieansiedlungen verlassen.
Ständig hat man das Gefühl, als führe man auf einem überdimensionalen
Schrottplatz herum.
Wegweiser sind ohnehin unbekannt
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Markt
in Akjubinsk
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In Celkar,
dem letztem Ort, bevor es dann richtig in die kasachischen Wermutsteppe ging,
hatten wir dann einige Problem, die Richtige Piste Richtung Aralsee zu finden.
Die Eisenbahn wurde einfach durch den Ort gelegt, Möglichkeiten die Bahn im Ort
zu überqueren gibt es nicht und Wegweiser sind ohnehin unbekannt. Nachdem wir
uns unseren Weg erfragt und den Ort in einem größerem Abstand umfahren hatten,
konnten wir die Bahngleise überqueren. Sicherheitshalber haben wir unseren
Standort noch einmal mittels Satellitennavigation überprüft. Mit dem Verlassen
von Celkar haben wir dann auch den letzten Posten der Zivilisation für die Nächsten
1000 Km hinter uns gelassen. Vor
uns lag jetzt die kasachische Wermutsteppe in ihrer vollen Pracht. Was das
bedeutet, konnten wir glich am Anfang erleben. Was wir nicht vermutet hatten,
war die Tatsache, dass es in dieser Region, obwohl als Arid ausgewiesen, es
manchmal täglich zu heftigen Gewitterstürmen mit ausgiebigen Niederschlägen
kommt. Auch wir sind in solch einen Sturm geraten. Das war zum einen ganz
angenehm, da es dadurch etwas kühler wurde und auch der ewige Staub nachließ,
aber gleichzeitig wurden alle Pisten unpassierbar, da sich durch den Regen der
Staub zu einem unangenehmen Schmierfilm verwandelt hatte. Selbst mit Allrad und
Differenzialsperre, konnten die Fahrzeuge nicht mehr weiter bewegt werden. Also
Zwangspause, die genutzt wurde, um leck geschlagene Dieselkanister besser zu
verstauen.
Nachdem die
Piste abgetrocknet war, konnten wir die Fahrt fortsetzten. Jetzt mussten wir
allerdings mit dem extrem feinen Staub kämpfen. Zum Glück hatten wir keinen Rückenwind.
Aber jedes Mal wenn wir anhalten mussten, holte uns unsere eigene Staubfahne
wieder ein und zwang uns zu Minutenlangem verharren in dem feinen Staub. Dieser
Teil der Kasachischen Steppe ist nur mit wenigen Sandfeldern durchzogen, da es
sich hier um ein prähistorischen Seeboden handelt. Der Aralsee ist sozusagen
der Rest dieses Meeres. Das würde auch den
unglaublich feinen Boden erklären. Dennoch mussten wir, bevor wir in die Nähe
des Aralsees kommen konnten auch ein längeres Sandfeld durchqueren. Die Passage
war nicht problematisch, da der Sand relativ fest war.
Oasenkultur, wie sie andernorts
vorkommt, ist in hier völlig unbekannt
Nach 220 Km
Steppe und Sandpisten, taucht am Horizont im Hitzedunstschleier Ajakkum auf. Wir
erwarteten in dieser Wüstengegend ein typische Oase. Aber weit gefehlt.
Oasenkultur, wie sie andernorts vorkommt, ist in hier völlig unbekannt. So auch
hier. Ajakkum besteht hauptsächlich aus einer Erdgaspumpstation und einigen
Wohnbaracken. Entsprechend war dann auch keine Versorgungsmöglichkeiten
vorhanden. Dennoch gelang es uns bei einem Betrieb Diesel aufzutreiben. Nötig
war es zwar nicht unbedingt, da die Fahrzeuge eine Reichweite von ca. 3500 Km
hatten, aber sicher ist sicher.
Die
Temperaturen steigen ab 10:00 deutlich über 40°C an, so das eine längere
Mittagspause sinn macht. Wir nutzten den spärlichen Schatten den einige wenige
Bäume gaben für die Mittagspause aus, denn anschließend sollt den nächste
Etappe, dei entlang des Aralsees führen sollte, in angriff genommen werden. Wir
haben bei der Abfahrt, den Fehler gemacht, nicht die Richtung der zu befahrenden
Piste festzustellen, sondern in der Annahme, das die größte Piste zum Aralsee
führt, sind wir die ersten Kilometer nicht nach Süden, sondern etwas mehr
westlicher gefahren. Nur auf Grund der ständigen Satellitennavigation wurden
wir noch rechtzeitig auf den Fehler aufmerksam. Nun musste die Richtige Piste
gefunden werden, was uns eine längere Strecke Querbett verschaffte. Aber mit
Kompass und Satellitennavigation war das kein großes Problem. Für mich war
dieser Vorfall ein anschauliches Beispiel dafür, wie schnell man ohne
eindeutige Geländepunkte, die Orientierung verliert. Selbst der Sonnenstand ist
trügerisch. Wir waren erst so richtig sicher, dass wir wieder auf dem richtigem
Weg waren, nachdem vor uns der Aralsee auftauchte.
Am Aralsee
manifestiert sich das ökologische Bewusstsein der ehemaligen Sowjetunion.
Ehemals ein riesiger Süßwassersee, ist er jetzt auf ein drittel seiner ursprünglichen
Größe zusammengeschrumpft und er schrumpft weiter!! Verantwortlich dafür ist
die übermäßige Süßwasserentnahme bei den Zuflüssen. Das Wasser wird für
die Bewässerung riesiger Baumwollplantagen verwendet. Die Inseln in der Mitte
des Sees wurden zusätzlich noch als Atomtestgebiet benutzt. Wir hatten uns
schon auf einen „kleinen Tümpel“ eingestellt, aber der Anblick des Sees überwältigte
und dann doch. Im Gegensatz zum Ostufer, ist das Westufer eine reine Steilküste
und man bemerkt den Rückgang des Wasserspiegels um ca, 15 Meter nicht auf den
ersten Blick. Das Farbenspiel zwischen dem Blau des Sees und der Abbruchkante
sucht ihres Gleichen. Die Piste führt auch immer an der Felsenkante entlang,
teilweise ist das ganz schön unheimlich, da manche Bruchstücke noch recht
frisch aussehen, gerade als seien sie eben abgebrochen.
Immer wieder tauchen Überraschungen
auf. So zum Beispiel Grabstellen, deren Ursprung uns unbekannt ist.
Wir fahren
immer Richtung Süden, den Aralsee links, die unendliche kasachische Weite auf
der Rechten. Immer wieder kreuzen
Fahrzeugspuren unseren Weg, die sich aber gleich wieder in der Unendlichkeit
verlieren. Dennoch, eintönig ist die Landeschaft auf keinen Fall. Da tauchen
aus dem Nichts immer wieder einzelne Überraschungen auf. So zum Beispiel
Grabstellen, deren Ursprung uns unbekannt ist. Wir versuchen die Inschriften zu
entziffern, kommen aber nicht so richtig weiter. Manche dieser Orte erinnern uns
mehr an nordeuropäische Tingstätten, den bei genauem hinsehen, lässt sich der
Grundriss eines überdimensionalem Bootes erkennen. Haben hier vielleicht die
Historiker noch ein weites Betätigungsfeld?
Langsam nähern wir uns der
Grenze von Usbekistan. Wir sind unsicher, da wir kein Visa für dieses Land
haben und wir wissen auch nicht, ob es überhaupt möglich ist, über diese Wege
nach Usbekistan einzureisen. Immer wieder bestimmen wir unsere Position, dann
tauchen merkwürdige Gebilde in der flimmernden Hitze auf. Wir beobachten die
Gebilde durch unsere Ferngläser. Eindeutige Meinung, es sind Baracken einer
Grenzstation. Wir näher uns der vermeintlichen Grenzstation äußerst
Vorsichtig. Als wir nahe genug heran gekommen sind, stellt sich die Grenzstation
als ein größeres Flugzeugwrack heraus.
Natürlich untersuchen wir dieses Wrack sehr ausführlich. Dabei entwickeln sich
die wildesten Spekulationen um das Schicksal dieses Wracks.
Spuren deuten
daraufhin, das dieses Flugzeug um 1958 abgestürzt sein muss.
Die Sonne
steht schon ziemlich hoch, als wir das Flugzeugwrack fasst genau nach Süden
verlassen. Wir kommen auf der sich dahin schlängelnden Piste recht gut voran.
Zuerst erwarten wir immer noch die vermeintlich Grenzstation, aber wir werden
lediglich nur von den immer wieder auftauchenden Grabstätten aufgehalten. Unser
Nachtquartier schlagen wir an diesem Abend faßt genau an der Abbruchkante zum
Aralsee hin auf, was uns am nächsten Morgen einem wunderbaren Sonnenaufgang
beschert. Aber vorerst gilt unser Interesse einer Ansammlung kleinerer Löcher,
die jeweils von einer losen Steinmauer umgeben sind. Die verschiedensten
Theorien werden entwickelt und wieder verworfen. Waren es Beobachtungsposten,
alte Brunnen, oder Einbrüche in dem Kalkstein? Wir können diese Frage
jedenfalls an dieser Stelle nicht klären.
Die Abfahrt zum Aralsee ist nur
an zwei Stellen möglich.
Am nächsten
Tag biete sich für uns die Möglichkeit einer Abfahrt zum See. Am gesamten
Westufer haben wir nur zwei Stellen entdeckt, an denen man das Seeufer auf einer
schmalen Piste erreichen kann. Nachdem wir die Strecke zu fuß abgelaufen sind,
entschließen wir uns zur Abfahrt zum Ufer. Leider waren wir nicht weit genug
gelaufen, denn als wir die Piste weiterfahren, kommen wir doch an eine Stelle,
die uns zu riskant für eine Weiterfahrt erscheint. Zum Glück gab es zumindest
eine Wendestelle. Also gewendet und wieder hinauf, hin zur Wermutsteppe.
Langsam
erreichen wir nun das südliche Ende des Sees. Am Horizont kann man genau sehen,
wie die Uferlinie einen großen Bogen nach Osten beschreibt und im Dunst des
sich daran anschließenden Sumpfgebietes verschwindet. Die Piste wendet sich
jetzt auch mehr nach Westen und verlässt die grandiose Landeschaft. Jetzt empfängt
uns die volle Hitze der kasachischen Steppe. Hat zuvor der See das Klima erträglich
gemacht, setzten uns jetzt Hitze und Staub umso mehr zu. Die Fahrzeuge wirbeln
den absolut feinen Staub meterhoch auf. Hintereinander fahren ist nicht möglich,
in dieser Weite aber auch nicht notwendig. So sucht sich jedes Fahrzeug seinen
eigenen Weg. Verlieren kann man sich bei der Staubfahne nicht. Wir orientieren
uns an einer zur Piste parallel verlaufenden Pipeline. In einer Ansiedlung,
neben einer größeren Pumpstationen, erhalten wir die Möglichkeit unser
Trinkwasser aufzufüllen. Weitere Versorgungsmöglichkeiten gibt es nicht! Es
ist uns ein Rätsel, wie die Leute sich hier mit dem Notwendigsten versorgen.
Wir jedenfalls nutzen den spärlichen Schatten für eine längere Mittagspause.
Was dazu führt, das sich die ganze Jugend und später auch noch einige Ältere
zu uns gesellen um mit uns zu reden, oder einfach nur um zu schauen. Hier
bekommen wir auch die Information, dass sich die Grenzstation in Kungrad
befindet. Bis dahin sind es aber mindestens noch 200 Km. Aber man sagt uns auch,
dass in einiger Entfernung die Asphaltstraße anfangen soll. So machen wir uns
also in Richtung Kungrad auf. Und siehe da nach ungefähr 50 Km gelangen wir zur
neuen Asphaltstraße. Jetzt geht es etwas zügiger voran.
Die Beamten an der Grenze sind
vollkommen überrascht über unser Erscheinen.
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Altes
Minarett in Schiwa
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Bevor wir
Kungrad erreichen, treffen wir noch auf einige kleinere Salzseen. An einigen
wird das Salz noch abgebaut, so das wir ständig auf LKWs achten müssen. Für
uns nach den Tagen der Einsamkeit wieder ein völlig neue Gefühl. An der
Ortseinfahrt nach Kungrad befindet sich auch tatsächlich die Grenzstation von
Usbekistan. Die Beamten an dieser Station sind vollkommen überrascht über
unser Erscheinen. Man ist sich erst nicht sicher, was mit uns zu geschehen hätte.
Nach einiger Zeit, wird dann entschieden, dass die Fahrer mit einem Beamten in
die Stadt fahren sollen, wo dann der zuständige Vorgesetzte entscheiden soll,
was mit uns zu geschehen hätte. Also zwängen wir uns in einen nicht mehr ganz
so frischen Lada und fahren zum Zoll. Dort dürfen wir ca. eine halbe Stunde in
der Mittagshitze warten. Da aber unsere Papiere in Ordnung waren und wir ein gültige
Visa für Turkmenistan vorweisen konnten, dürfen wir dann Transit durch
Usbekistan fahren. Die weitere Abfertigung an der Grenzstation ist dann, nachdem
man auch die entsprechenden Formulare aufgetrieben hat, recht unproblematisch.
Nachdem die Fahrzeuge ausgiebig untersucht wurden, geht es dann offiziell weiter
durch Usbekistan. Angenehm war an dieser Grenze, dass keinerlei Gebühren
angefallen waren. Allerdings hatte die Abfertigung so lange gedauert, dass die
einzige Bank im Ort schon geschlossen hatte. Aber unsere Mitfahrerinnen haben
sich bei einem der leitenden Beamten intensiv für einen Umtausch bemüht. So
das wir dann ausnahmsweise noch einige Dollar tauschen konnten.
Weiter geht
es Richtung Süden, immer am Amur Darai entlang. Der Fluss ist die Lebensader
hier. Gespeist wird er von den Schmelzwässern des nördlichen Himalajas. Es
wird aber so viel Wasser für die Landwirtschaft entnommen, dass kaum noch
nennenswerte Mengen am Aralsee ankommen. Das hat nicht nur den Aralsee verändert,
sonder auch das Klima der gesamten Region. Früher herrschte hier ein trockenes
Wüstenklima. Heute allerdings ist das Klima eher feucht warm.
Da fühlt man sich in die Zeit
der Karawanen zurück versetzt.
Um Schiwa,
unserer nächstes Ziel zu erreichen, muss man den Amur Darai auf einer
abenteuerlichen Pontonbrücke überqueren. Nach dem wir beobachten, dass sich
der gesamte Schwerlastverkehr auch über diese Brücke quält, fassen wir mut
und fahren über den Fluss. Die Überquerung ist nicht einfach, da
die einzelnen Pontons sehr wacklig sind und wir ja nach Belastung mal
oben, bzw. unten sind. Dafür entlohnt uns Schiwa. Als erstes fällt gleich die
riesige alte Stadtmauer auf. Dahinter befindet sich eine sehr gut erhaltene alte
Stadt. Die Stadt hat die Letzten 70zig Jahre als Museum überlebt. Sobald man
durch die riesigen Stadttore gegangen ist, fühlt man sich um 1000 Jahre zurück
versetzt. Wie aber in jedem Museum, fehlt hier leider auch jegliches Leben.
Nachdem die Geschäfte geschlossen haben, stirbt die Stadt aus. Aber dennoch ist
Shiwa unbedingt sehenswert.
In Turkmenistan nimmt man es mit
vollen Händen von den Touristen.
Wir verlassen
nach einigen Tagen die Stadt in nördlicher Richtung um nach wenigen Kilometern
an der Turkmenische Grenze anzukommen. Auch hier völlige Überraschung.
Touristen in ihren eigenen Fahrzeugen, hat man noch nie gesehen. An dieser
Grenze wird es kompliziert. Bei der Visabeantragung
hat man uns nicht gesagt, dass man bei der Einreise etliche Gebühren
bezahlen muss. Wir waren ja in der Zwischenzeit an die diversen Gebühren gewöhnt,
aber hier wurde es uns doch zu viel. Neben der üblichen Ökosteuer, viel auch
noch an: Dieselsteuer, Versicherung, Straßenbenutzungsgebühr, Bankgebühr und
eine nicht weiter definierte Gebühr. Alles in allem ca. 200 $US pro Fahrzeug.
Erst dachten wir, wir könnten den Betrag herunter handeln, aber es war nicht zu
machen. Nur die Dieselsteuer von 0,06 DM/Km konnten wir senken, in dem wir eine
sehr kurze Fahrstrecke für Turkmenistan angegeben haben. In Turkmenistan nimmt
man es mit vollen Händen von den Touristen. Recherchen später in Aschrabat
ergaben, dass die Gebühren den gültigen Gesetzen entsprachen. Nachdem wir
etliche Stunden verhandelt und unsere Gebühr bezahlt haben, konnte wir nach
Turkmenistan einreisen. Bevor wir nun endgültig durch die Karakum führen,
wollten wir noch Taschaus besichtigen.
Jeder Schrottplatz hat mehr
Scharm, als die Orte in der Karakum
Von Taschaus
führt eine kleine schmale Piste genau nach Süden durch die Karakum. Diese
Piste wird gerne von den LKW Fahrern als Abkürzung genommen, wenn sie vom
Kaspischen Meer kommen. Demzufolge ist der Zustand auch miserabel. Hinzu kommen
die mörderischen Temperaturen am Tage. Wir ändern unseren Tagesablauf. Noch
vor Sonnenaufgang fahren wir los. Ab 11:00 geht so gut wie nichts mehr. Erst
wieder ab 16:00 Uhr kann man sich aus dem Schatten wagen. In solchen Situationen
fragt man sich schon, warum man gerade seinen Urlaub mit solchen Strapazen
verbringt. Wir kämpfen uns jedenfalls weiter durch die Wüste. Etappenziel
sollte eine Oase im der Mitte der Wüste sein. Diese Oase stellte sich dann
allerdings als eine Ansammlung von mehreren Containern heraus. Das ist Typisch für
die gesamte Region. Alles wird einfach nur irgendwie hingestellt, so einwenig
Gemütlichkeit, oder gar Baukultur, ist in den letzten 70 Jahren völlig
verloren gegangen. Jeder Schrottplatz hat mehr Scharm, als die Orte in der
Karakum. Deshalb hielten wir uns auch nicht lange auf, sonder es ging immer
weiter Richtung Süden.
Ganz langsam
taucht dann am Horizont das Grenzgebirge zum Iran auf. An dessen Fuß befindet
sich die Hauptstadt von Turkmenistan. Ashrabat war bis vor wenigen Jahren ein
vergessener Ort. Aber nach der Öffnung der Sowjetunion, entwickelte sich die
Stadt rasant. Auf Grund der riesigen Erdölvorkommen, wetteifern alle westlichen
Staaten um Einfluss. Turkmenbaschi, der Präsident von Turkmenistan, tut ein
weiteres in seiner „Großmannssucht“ dazu um den Kontrast zwischen Land und
Stadt zu verstärken. Ansonsten, gibt die Stadt nicht viel her. Wir nutzten die
Möglichkeit, die Visa für die Weiterfahrt zu beantragen. Unser Reisepartner möchte
über den Iran zurückfahren, aber vorher wollen wir noch nach Samarkand und
Buchera. Also besuchen wir die einzelnen Botschaften und fragen nach Visa nach.
Die Visa frage ist mühselig, aber nicht unlösbar. Nach einigen Tagen haben wir
alle Visa zusammen und es geht weiter, jetzt nach Osten Richtung Usbekische
Grenze.
Mein Urlaub bei Mercedes Benz in
Ashrabat
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Samarkand
(aus Lonley Planet)
|
Bevor wir
aber an die Grenze kommen, fällt ein Fahrzeug wegen einer defekten
Zylinderkopfdichtung aus. Es heißt wieder Zurück nach Ashrabat und dort zur
Mercedeswerkstatt. Obwohl wir alles für die Reparatur dabei hatten, fahren wir
sicherheitshalber in die Werkstatt, was sich im nach herein auch als richtig
erwiesen hatte. Bei Mercedes werden wir sehr gut aufgenommen. Uns wird alles zur
Verfügung gestellt, incl. Fahrer für die Ersatzteilbeschaffung. Die Reparatur
zieht sich hin, weil beim Zusammenbau noch ein Stehbolzen abgerissen ist und
erst noch Ersatz besorgt werden muss. Insgesamt verbringen wir fasst eine Woche
mit dem Problem, bevor es wieder weiter gehen kann.
Was bleibt, ist das Gefühl mal
wieder auf moderne Weise beraubt zu sein
Jetzt kann es
weiter gehen. Immer am Kopet Dag, dem Grenzgebirge zum Iran fahren wir Richtung
Mary, einem der wichtigsten Knotenpunkte auf der alten Seidenstraße. Es ist ein
merkwürdiges Gefühl, sich auf diesem altem und wichtigstem Karawanenweg zu
befinden. Allerdings ist es in heutiger Zeit eher ernüchternd. Unmengen von
LKWs aus der Türkei und Iran fahren diese Strecke. Es herrscht richtig betrieb
hier. Die Landschaft erinnert auch nur noch an wenigen Stellen an die Wüste.
Riesige Baumwollplantagen beherrschen die Landschaft. Noch einmal müssen wir
durch die Karakum. Ihre südlichen Ausläufer schieben sich fasst bis an die
Grenze zu Pakistan. Kurz vor der Grenze zu Usbekistan überqueren wir wieder den
Amurdarai. Diesmal ist der Brückezoll unverschämt hoch. Über 70 DM sollen wir
für ein Fahrzeug bezahlen. Alles handeln hilft nichts, wir müssen bezahlen.
Was bleibt, ist das Gefühl mal wieder auf moderne Weise beraubt zu sein. Diese
Gefühl wird an der Grenze noch verstärkt. Auch hier Gebühren über Gebühren.
Es hält sich zwar noch im Rahmen, aber insgesamt summieren sich die Beträge
erheblich.
Hier das bunte Leben, dort alles
grau in grau.
Buchara, die
erste Stadt in Usbekistan empfängt uns mit ihren alten und gut erhaltenen
Bauten. Hier kann man sich das Karawanenleben an der Seidenstraße noch so
richtig Vorstellen. Der Basar und große Teile der Altstadt sind erhalten
geblieben. In der Altstadt lädt ein großer Brunnen zum verweilen ein. Was wir
auch gerne tun, da die Temperaturen im Sommer mal wieder gegen 40°
C gehen. Das Treiben hier ist auch schon so richtig orientalisch. Der Kontrast
zu Russland, mit seinem schlichtem immer noch vorherrschenden kommunistischen
Charme ist gewaltig. Hier das bunte Leben, dort alles grau in grau. Dennoch, die
Zeit drängt, es geht weiter nach Samarkand.
Samarkand
sollte unsere letzte gemeinsame Station sein. Meine Reisepartner wollten den Rückweg
über den Iran antreten, ich muss den Kurzen Weg durch Kasachstan und über
Moskau wählen. Aber zuvor geht es an unendlichen Baumwollfeldern erst einmal
Richtung Samarkand. Bei diesem Namen komme ich immer ins phantasieren. Ich
stelle mir eine große Oase mitten in der Wüste vor, eine Perle im Orient. Die
Erzählungen von Marco Polo fallen mir dazu ein. Allerdings ist die Realität
ernüchternd. Durch Erdbeben und kommunistischen Kahlschlag, ist nur noch die
alte Koranschule und einige Moscheen übriggeblieben. Der Rest ist moderne
Plattenbauweise. Schade und enttäuschend, aber nicht zu ändern.
Den Rückweg
trete ich über Taschkent und Kasachstan an. Der Weg führt uns noch einmal am
Aralsee, allerdings nun dem östlichem Ufer entlang. Die Fahrt durch Kasachstan
ist nicht unproblematisch, da immer wieder von lokalen „Fürsten“ eine Straßenbenutzungsgebühr
erhoben wird. Auch ist die Straße extrem schlecht. Gespenstisch ist der Ort
Aralsk. Ehemals eine Hafenstadt, jetzt liegen die Schiffe auf dem Trockenem. Der
Wasserspiegel ist zwar nur wenige Meter gesunken, aber da das Ufer sehr flach
ist, ist die Küstenlinie nun schon fasst 80 Km entfernt. Trotz der vielen
Bemühungen von Internationalen Organisationen, wird man den
Austrocknungsprozess nicht aufhalten, sondern nur verlangsamen können. Man kann
aber noch von Glück reden, dass die sowjetischen Pläne, den Aralsee mit dem Kaspischen Meer zu verbinden noch
rechtzeitig gestoppt wurden.
Alles in allem ein interessantes
Land, das im wahrsten Sinne des Wortes erfahren werden will.
Die weitere Rückfahrt
ist dann schon Routine für uns. Jetzt kennen wir ja die Fallen auf dem Weg und
wir können sie geschickt umfahren. Orenburg, Samara, Moskau, die Etappen der
Hinfahrt, sind jetzt für uns keine unbekannten Orte mehr, man verbindet etwas
mit ihnen und auf grund der großen Entfernungen, fühle ich mich zumindest in
Moskau schon fasst wie kurz vor Berlin. Was bleibt von dieser Tour, ist bestimmt
nicht nur der Kasachische Staub im Auto! Es bleiben die unbeschreiblichen Eindrücke
einer Landschaft, wie wir sie in unseren Breiten nicht kennen. Was bleibe ist
auch die Erinnerung an Menschen, die trotz aller Probleme ihre Gastfreundschaft
und ihr Lächeln nicht verloren haben. Auch wenn manchmal das Reisen durch Gebühren
und Bürokratie erheblich erschwert wurde. Aber wenn man von vornherein nicht
bereit ist, sich auch diesen Problemen zu stellen, sollte man Fahrten in diese
Regionen nicht antreten. Alles in allem ein interessantes Land, das im wahrsten
Sinne des Wortes erfahren werden will.
Text: Vait
Scholz Fotos: Edwin
Kreutzer
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