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China und die Mongolei – auf den Spuren von Dschingis Khan

Dienstag, 26. August – Sonntag, 14. September 2014 (20 Tage) Stand: 18. 9. 2014

 

Auf dieser Reise kann man den Spuren Dschingis Khans folgen von der mongolischen Volksrepublik (äußere Mongolei) bis zur chinesischen Provinz (Innere Mongolei).

Seit 1990 ist die Volksrepublik Mongolei unabhängig und mittlerweile haben unzählige Geologen aus China, Russland und aus dem Westen die scheinbar grenzenlosen Bodenschätze kartiert. Ein gutes Geschäft sind sie wahrscheinlich nur für einige wenige. 2010 begann das „große Rennen“ und das Land wird sich rasend verändern durch Eisenbahnen, Strassen, Industrieanlagen. Die „Seele“ dieses herrlichen und (noch) unberührten Flecken Erde wird dabei großen Schaden erleiden. Deswegen sollte man die Mongolei baldmöglichst besuchen, bevor es zerstört wird durch den gierigen Druck der Industriemächte!

Die Reise beginnt in Ulaan Bataar, das alle nur „You Bee“ nennen. Es ist heute eine boomende Großstadt. über ein Drittel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt und der Zuzug von jungen Nomaden reißt nicht ab. Die Fahrt geht in den menschenleeren Osten des riesigen Landes mit Wäldern und Mittelgebirgen. Die scheinbar endlose menschenleere Steppe, die historischen Stätten und buddhistische Klöster werden unvergessliche Eindrücke hinterlassen. übernachtet wird in romantischen Jurtencamps und die Fahrt mit der transmongolischen Eisenbahn durch die Wüste Gobi ist ein einmaliges Erlebnis.

Der zweite Teil der Reise führt in die autonome chinesische Provinz „Innere Mongolei“, die sich über mehr als zweieinhalbtausend Kilometer hinzieht. Das mongolische Reich wurde zum Zankapfel zwischen China und Russland und der Streit endete in der Teilung des Landes. Der von China annektierte Teil kontrastiert stark durch eine zehnmal so hohe Bevölkerungszahl und einer wesentlich dynamischeren Entwicklung. Die interessantesten Orte der mongolischen Geschichte werden besucht , dazu Datong mit den weltberühmten buddhistischen Grotten und dem hängenden Kloster. Gegen Ende der Reise besuchen wir ein geheimes Kleinod Chinas, die Stadt Chengde mit der Sommerresidenz der chinesischen Kaiser und den eindrucksvollen tibetisch-buddhistischen Tempeln. Ein Spaziergang auf der Großen Mauer und Beijing mit seinen einmaligen Sehenswürdigkeiten sind weitere Höhepunkte.

Wir wollen einige Geheimnisse dieses Reiches von Dschingis Khan und seinen modernen Erben lüften.

 

Die Reiseroute wurde von Peter Bierl, der auch als Reiseleiter dabei ist, nach den Erfahrungen von mehreren Touren konzipiert. Man übernachtet in komfortablen Jurten und Hotels und die Strecken sind so geplant, dass auch Zeit bleibt für genussvolle Spaziergänge und zur Erholung. Ziel der Reise ist es, möglichst viel zu sehen, keine großen Wartezeiten zu haben und die Belastung bei Fahrten durch nahezu straßenloses Gelände in Grenzen zu halten. Allerdings wird es sicher keine Erholungsreise sein, doch wird man mit unvergesslichen und nicht alltäglichen Eindrücken aus diesen für uns vollkommen fremdartigen Ländern nachhause kommen.

 

 

 

1. Tag: Di. 26. 8.

Treffpunkt in München am Flughafen, Flug mit AIR CHINA über Beijing nach Ulaan Bator. 10.600 km

 

Die Gruppe trifft sich im Münchner Flughafen, Terminal 2. Pünktlich um 14:15 startet der Airbus A 330 der AIR CHINA. Die Flugroute geht über Warschau, Moskau, Ural, Sibirien , Mongolei nach Nordchina.

 

Ulan Baatar liegt in einem weiten Tal, umgeben von den Ausläufern des Chentij-Gebirges, in einer Höhe von 1350 Metern. Südlich der Stadt erhebt sich in der Ferne das Massiv des Bogd Chaan Uul (2257m), der „Heilige Berg“. Davor ziehen sich sanft geschwungene Hügel entlang, fast baumlos, die bis in die Millionenstadt führen. Hier im Talkessel des Tuul Gol gründeten einst Mongolen, sowie russische und chinesische Händler einen Karawanentreffpunkt. 1649 entstand hier ein buddhistisches Kloster mit dem Namen „Urga“, was soviel wie „Palast einer hochstehenden Persönlichkeit“ bedeutet. 1924 wurde der Name Urga in Ulaan-Baatar-Choto umbenannt, was die „Stadt des roten Helden“ heißt. In der Hauptstadt findet man größtenteils kleine Wohnhäuser und zahllose Einheitswohnblocks in sowjetischem Stil dicht beieinander. Betonhochhäuser und Mietskasernen, vor denen kurzbeinige Pferde, zottelige Kamele oder beladene LKWs stehen, wechseln sich mit Kohlekraftwerken und Industriebetrieben ab, während sich am äußeren Rand ein Jurten-Ring um die Stadt zieht. Die Stadt ist das wirtschaftliche, kulturelle und vor allem politische Zentrum der Mongolen. Größte Sehenswürdigkeiten sind das Gandan-Kloster, sowie der Tempelkomplex des Bogd Khan, auch Palastmuseum genannt.

 

Soziales Barometer: Die Alphabetisierungsquote liegt bei 95%, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Nur etwa 2/5 der Bevölkerung (ca. 165.000 Familien) leben in festen Häusern, die anderen 3/5 in Jurten in der Steppe. Dort ist Kerzenlicht und Gaslicht noch üblich, während es in Ulaanbaatar überwiegend elektrisches Licht gibt. Die medizinische Versorgung ist seit Jahren rückläufig. So wurden die „Medizinischen Posten“ reduziert von 1375 auf 875. Im Durchschnitt versorgt ein Arzt 411 Personen, wobei diese Zahl in der Hauptstadt bei 212 liegt und auf dem Lande bei bis zu 830 liegen kann. Medizinische Hilfe ist für immer mehr Menschen unerreichbar, unzureichend und unerschwinglich. Amnesty International kritisiert die Strafvollzugspraxis im Land und Korruption und Kriminalität zeigen steigende Tendenzen. Die Armut gemessen am Existenzminimum liegt bei 25.000 MNT/Person/Monat oder bei 200 Stück Vieh pro Nomadenfamilie. 80 % der Jurtenbewohner haben weniger als diese Zahl und mindestens 37% der Bevölkerung gelten als arm mit einem wachsenden Gefälle zwischen Stadt und Land. 36% der Bevölkerung leiden an Mangelernährung, 5% an Unterernährung.

 

Infrastruktur und Verkehrswege: Das Straßennetz besteht vor allem aus Pisten und etwa 2000 km Teerstrassen in schlechtem Zustand, vorwiegend in und um Ulaan Baatar und nach Norden bis zur russischen Grenze hin. Vorangetrieben wird das sog. Milleniumsstrassen-Projekt, das Ost und West miteinander verbinden soll. Die Transmongolische Eisenbahn fährt auf einer über 1800 km langen Trasse von der russischen zur chinesischen Grenze. Die Luftfahrtflotte ist erneuerungsbedürftig. Das Fernmeldewesen boomt mit ausländischer Hilfe und wird auf dem Land weiter ausgebaut.

 

Die „Geheime Geschichte der Mongolen“: Lange ruhte die „Geheime Geschichte“ in den Geheimarchiven der Herrscher, noch bis Mitte des 13. Jahrhunderts in Karakorum, dann in Kublai Khans Hauptstadt Beijing. Dort ließ Anfang des 15. Jahrhunderts der Ming Kaiser Yongle (1403 – 1424) einen Thesaurus mit den wichtigsten Werken der Wissenschaften, Geschichte und Literatur zusammenstellen. Darunter waren auch die „Geheime Geschichte“, welche die Chinesen übernahmen, obwohl ihnen der Text vermutlich unverständlich war. Yongle verdanken wir damit die Erhaltung eines Werkes, von dem bisher noch kein mongolisches Original aufgefunden wurde. Fast 600 Jahre blieb dieses Werk verborgen. Wäre der französische Sinologe Paul Pelliot (1878 – 1945) nicht zufällig darauf gestoßen, wüssten wir heute in Europa wohl sehr wenig von der „Geheimen Geschichte“. 1935 – 1937 gelang dem deutschsprachigen Mongolisten Erich Haenisch als erstem eine vollständige Rekonstruktion des Textes und übersetzung ins Deutsche. Seit 1990 liegt eine Neuübersetzung von Manfred Taube vor.

Die „Geheime Geschichte“ umfasst 282 Abschnitte, in denen über die Zeit Dschingis Khans, sein Leben und Wirken berichtet wird. Sie ist vermutlich von einem (oder mehreren) anonymen Autoren verfasst vor über 750 Jahren, also etwa 10 Jahre nach Dschingis Khans Tod. Seine Nachfahren hatten die Absicht, die Herkunft, geistiges Gut und ruhmreiche Taten ihres großen Führers für die kommenden Herrscher festzuhalten, deshalb auch „Geheime Geschichte“, denn nur Mitgliedern der Herrscherfamilien war das Lesen der Aufzeichnungen vorbehalten.

 

 

 

2. Tag: Mi. 27. 8.

Ulan Bator Stadtbesichtigung: Ganden Kloster, Zaisan-Hügel, Bogd-Khan-Palast, Kloster Tschojdshjin-Lama, Dschingis Khan Denkmal am Suhkbaatarplatz, Kulturprogramm des Mongolian National Song and Dance Academic Ensemble. 1 Nacht im Park Hotel 37 km

 

Nach einer Flugzeit von 9 1/4 Stunden Landung auf dem Capital Airport von Beijing. Dort ein etwa zweistündiger Aufenthalt zum Umsteigen und Weiterflug bzw. Rückflug in die Mongolei. Nach weiteren 2:15 Stunden Flugzeit Landung auf dem Dschingis-Khan-Airport von Ulan Baatar um 10:50. Dort werden wir abgeholt von dem Local Guide Enkhbaatar Ganbat (Baatar). Per Bus geht es hinein in die Stadt mit ihren Staus (Heute dürfen nur Privat PKWs fahren mit ungeraden Kennziffern) Es geht in das ehemalige Russenviertel zum neuen Park-Hotel ganz in der Nähe des Marschall- Schuchow-Platzes. Der Agentureigentümer Vait Scholz kommt dazu und erläutert uns die bevorstehende Reise mit ihren speziellen Problemen. Ab 14 Uhr dann per Bus zur Stadtführung. Erst mal zum Geldwechsel in die Bank, zur Post für Briefmarken und dann auf den Sükbathaar-Platz bei schönstem Wetter. Erster exotischer Höhepunkt der Besuch im Ganden Kloster. Daran anschließend Einkehr im Restaurant „Mongolian Barbecue“, wo das Essen auf einer heißen Metallplatte gebraten wird. Nach dem langen schlaflosen Nachtflug war man dann ziemlich reif für das Hotelbett.

 

Sükhbaatar-Platz: Der riesige Platz ist das Zentrum der Stadt. Nach drei Seiten bebaut und nach Süden hin offen, hält er sich in seiner Gliederung an mongolische Traditionen. In der Mitte steht das Reiterdenkmal von Damdin Sükhbaatar, des Nationalhelden des Befreiungskampfes, der an dieser Stelle 1921 die Unabhängigkeit erklärte. Im Norden ist das Parlamentsgebäude, davor das Mausoleum von Sükhbaatar und Khorloogiin Choibalsan, des Vasalls von Stalin bis 1952. Im Osten liegt der Kulturpalast und daneben das 1943 erbaute Opernhaus. Im Westen ist das Rathaus, die Golomt Bank (2002) und die Börse und dahinter das Nationalmuseum für mongolische Geschichte. Hier ist auch der Kilometer-0-Punkt, von dem aus alle Entfernungen im Land gezählt werden.

 

Gandan Tegtschinlin-Kloster: Das Kloster wurde 1838 gegründet. 1937 wurden unter dem damaligen Regierungschef Tschoibalsan einige Gebäude der Anlage zerstört und die Originalstatue der Göttin Jenresig eingeschmolzen. Angeblich sollen Teile davon in den Depotkellern der St. Petersburger Eremitage lagern. 1944 wurde es als eine Art „Alibi-Kloster“ wiedereröffnet und ein Teil der konfiszierten Klosterschätze dorthin überführt. Man gliederte 1970 eine buddhistische Hochschule an, in der 1990 etwa 60 Lamas für die Mongolei und 40 für die Sowjetunion studierten. Die Staatssicherheit schleuste Mönche ein, sog. „Stasi-Mönche“. Der Lehrplan war von der Partei vorgeschrieben, erlaubt war das Lesen der Ritualtexte, aber nicht das Studium der eigentlichen buddhistischen Philosophie. Heute leben etwa 900 Mönche hier.

Das Kloster ist von Jurten umgeben, die sich hinter hohen Bretterzäunen verstecken. Eine Strasse führt den Hügel hinauf zu den Tempelanlagen mit den glänzenden Keramikdächern. 1. Orchidara-Tempel (1840/41) mit einer Tsongkhapa-Statue (Tsongkhapa ist der tibetische Gründer der Gelbmützensekte), 2. Didan-Lavran-Tempel (1904 lebte dort der 13. Dalai Lama für längere Zeit). 3. Migjid Janraisig Süm (1912 zum Ende der chines. Herrschaft errichtet) Im Inneren ist eine fast 30m hohe Statue aus vergoldeter Bronze. Das Original wurde 1937 von den Russen verschleppt und soll in Teilen in den Magazinen der Eremitage in Petersburg liegen. Die Tempelbibliothek beherbergt 50 000 historische Bücher.

 

Lamaismus in der Mongolei: Entlang der Nomaden- und Karawanenrouten gelangte der Lamaismus – ab dem 15. Jahrhundert – in das Steppenreich der Mongolen und löste den bis dahin unter den mongolischen Nomaden weitverbreiteten Schamanismus ab. Tsongkhapa (1356 - 1418) war es, der im tibetischen Ganden-Kloster den Buddhismus reformierte und die Erlösungslehre zum Lamaismus entwickelte. Es ist eine Lehre, die sich den Bedürfnissen der nomadisierenden Steppenvölker anpasste und ihre Anhänger zu Beschaulichkeit und Verachtung der Leidenschaften und Begierden anleitete. Mit der Verbreitung des Lamaismus verwandelte sich die mongolische Steppe der kriegerischen Reiterhorden in eine Landschaft der Gebetsmühlen und Klöster. Mehr noch: Einem ganzen Volk gab der Lamaismus den Glauben an eine Belohnung im zukünftigen Leben. Im Zentrum steht dabei der Glaube an die Wiedergeburt des Menschen, der viele Leben auf dieser Erde zu erfahren hat, ehe seine Seele Erlösung und Befreiung findet.

Große Förderer des Lamaismus waren die zwei mongolischen Feudalfürsten Altan Khan vom Tümet-Stamm in der Südmongolei und Abadai Khan vom Stamme der Chalcha in der Nordmongolei. Letzterer veranlasste am Ende des 16. Jahrhunderts, nach einer ausgedehnten Tibetreise, den Bau des Großklosters Erdene Dsuu, von dem aus sich die lamaistische Religion über die ganze Mongolei verbreitete. Der Ort war nicht nur religiöses Zentrum, sondern wurde auch zum Mittelpunkt des Herrschaftsgebietes Abadai Khans.

 

 

 

3. Tag: Do. 28. 8.

Von Ulan Bator aus Fahrt in die östliche Kentii Provinz, Besuch des neuen Dschingis Khan Denkmals bei Tsonjin Boldog mit Museum. Fahrt zur Stadt Baganuur. Weiterfahrt zum Hoh Nuur See im Har Zurh Gebirge. Ab Heute übernachtung in Gercamps. 1 Nacht im Gercamp Enjoy Inn 75 km

 

Abfahrt um 8 Uhr aus U.B. noch mit dem Bus in die Vorstadt am östlichen Millenium Highway. Dort warteten schon die 5 russischen Furgon Geländebusse mit den Fahrern auf uns. Nach der Vorstellung verteilen sich die Gäste auf die Fahrzeuge. Nr. 1: Buyannemekh Ognoon (Bujaa) Nr. 2: Munkhchuluun Bat-Erde ( Moogii) Nr. 3: Battulga Gombo (Baagii) Nr. 4: Altanjoloo Borbandi (Dscholoo) Nr. 5: Bayarsaikhan Loowoi (Bajraa). Nach mongolischem Brauch hält man an einem der „Owoos“. Es soll für den Reiseweg Glück bringen, wenn man ihn dreimal umrundet und dabei an seine Wünsche denkt. Dabei legt man jedes mal einen unten liegenden Stein oder eine Opfergabe nach oben. Gleich der erste Besichtigungshalt wurde zum Reinfall. Die Dschingis Khan Statue mit dem Museum war wegen eines Politikerbesuchs geschlossen für uns. So erreichten wir bereits kurz vor 11 Uhr unser erstes Ger Camp „Enjoy Inn“. Der Reiseleiter war gleich gefordert für ein Alternativprogramm. So trafen wir uns eine Stunde später – nachdem die neue Art in Jurten zu wohnen intensiv bestaunt wurde – zu einem Begrüßungsdrink mit Dschingis-Khan-Wodka und einer Einführung in die Geschichte der Mongolen. Danach gab es ein schmackhaftes Mittagessen und eine Siesta in der warmen Sonne. Gegen 16:00 wanderten wir über einen kleinen Berg hinauf zu einem prächtigem Owoo und eine Schlucht hinunter zum Fluss und fanden dort einen großen Schamanenplatz. Nach einer Flussüberquerung auf Steinen beobachteten wir Jaks und die betrunkenen Fahrgäste eines schwarzen Gelände-VWs, der in einem Loch feststeckte. Unsere Fahrer halfen den Betrunkenen später mit Körperkraft wieder aus der misslichen Lage. Immer noch gut mit Alkohol abgefüllt ging es bei ihnen später weiter. Die Mongolei hat ein großes Alkoholproblem bei ihren Männern, geerbt von den Russen. Man rechnet mit 25% Alkoholikern. Zurück wanderten wir über einen weiteren Schamanenort, sahen den zu ihren Jurten heimkehrenden Herden zu und genossen herrliche Ausblicke auf die untergehende Sonne hinter den Bergen. Um 19 Uhr gab es Abendessen in der Restaurantjurte. Dem Wirt wurde von unserem Chor ein Gesangsständchen zu seinem Geburtstag gebracht.

 

Owoo: Als Owoo bezeichnet man einen aus groben Steinen aufgetürmten Haufen, der als Sitz örtlicher Gottheiten oder Geister gilt. Er erinnert an bestimmte Gebiete, „wildes oder unantastbares Land“ genannt. Dort war jede Tätigkeit – ob Jagen oder Weiden des Viehs, Ernten von Früchten oder Aufbau einer Jurte – verboten. Die Erdherrn, Berggeister und Quellgeister hätten sonst den Betroffenen und seine Familie mit Unheil und Krankheit gestraft. Holzstangen ragen aus ihm heraus oder Astwerk, an denen bunte Stoffstreifen hängen. Owoos sind allgegenwärtig in der Mongolei. Früher waren sie ein Symbol für die Gefallenen im Krieg. Vor einem Krieg ließen die Bewohner ihre Krieger je einen Stein auf den Berg bringen. Die heimgekehrten Krieger nahmen ihre Steine wieder auf und der Rest gehörte den Männern, die im Krieg gefallen sind. Mit de Zeit hat sich der Volksglaube mit den lamaistischen Vorstellungen vermischt. Heute sind die Owoos Sitze der Erdgeister, die in den künstlich angehäuften Hügeln leben.

An diesen natürlichen Gedenkstätten, wo der Schamanismus den Niedergang des mongolischen Reiches lange überdauert hat, werden den Berg- und Weggeistern auch noch heute Opfergaben dargebracht: ein Stein vom Wegesrand, ein Stück Weißkäse, etwas Mehl, Hirse oder Tee. Zudem dankt man den hier niedergelassenen Geisteswesen mit einem Gebet und einer dreimaligen Umrundung des Owoo für die gelungene Reise und bittet um weiteren Schutz, während die zerschlissenen Gebetsfahnen bei jedem Flattern ihren Segen in den Wind schicken. Mongolen werfen im Vorbeifahren auch ihren Abfall und Zigarettenschachteln und Kippen hinaus. Aber ob dies noch etwas bewirkt, ob der Himmel noch umzustimmen ist angesichts der Umweltsünden?

 

Schamanismus: Der Schamanismus ist keine eigenständige Religion, sondern eine magisch-ekstatische Praxis innerhalb verschiedener Religionen, vor allem in Sibirien, der Mongolei, Korea, Nepal, Australien, Amerika, aber auch in manchen Regionen Afrikas. Seine Wurzeln reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Der Begriff stammt aus der Sprache der sibirischen Tungusen – „Shaman“ bedeutet „jemand der erregt, bewegt, erhoben ist“. Schamane wird man durch Berufung durch einen oder mehrere Geister. Bei dieser Berufung erfolgt das Wesentliche der schamanischen Befähigung: die übertragung der Kraft. Dem schließt sich eine jahrelange Lehre an.

Der Schamane ist Mittler zwischen der Welt der Geister und der menschlichen Gemeinschaft. Hierzu dienen die in Trance vollzogene Himmels- oder Seelenreise und das Eintreten der Geister in den Schamanen. Trance wird mit Hilfe von Tanz, rhythmischer Musik (vor allem Trommeln) oder Drogen erzeugt, dabei wird ein spezieller Ornat getragen. In diesem Bewusstseinszustand versucht der Schamane übersinnliche Erkenntnisse zu gewinnen oder böse Geister zu bannen. Vor allem stellt er den Kontakt zu Verstorbenen her. Heute feiert der Schamanismus ein Revival in der Mongolei. Die Schamanen heilen nicht nur bei Krankheiten, sondern geben spirituelle Unterstützung bei Arbeitslosigkeit, Geldmangel, Alkoholismus. So unterstützen sie die Bevölkerung im Kampf mit den ökonomischen Risiken und den daraus folgenden sozialen Problemen, der die Mongolen seit dem Umbruch vom Sozialismus zur Marktwirtschaft ausgesetzt sind. Damit ist der Schamanismus auch zu einem Symbol einer neuen nationalen Identität geworden.

 

Naadam-Fest: Reiten, Bogenschießen und Ringen sind die drei männlichen Sportarten, die in der mongolischen Gesellschaft einen außerordentlich hohen Stellenwert besitzen. Die Wettkämpfe werden im Juli überall in der Mongolei durchgeführt. Ein Sieg beim Ringkampf ist eine hohe Ehre, der Sieger führt den traditionellen Adlertanz auf und darf den Titel „Elefant“, „Löwe“ oder „Titan“ annehmen. Die Pferderennen werden von Kindern ausgeführt und es kommt dabei auf das Durchhalten von langen Distanzen an. Beim Bogenschießen nehmen mittlerweile auch Frauen teil (Emanzipation in der Mongolei!).

 

 

 

4. Tag: Fr. 29. 8.

Fahrt zu den Klosterruinen des zerstörten Berheeven Klosters und zum Hangool Nuur am Ostrand des Khentigebirges. Wanderung am Hangool Nuur See und Suche nach heiligen Felsbildern in den „Dreizehn Sansar-Bergen.“ Besuch bei Schaf-, Rinder- und Pferdehirten.

2 übernachtungen im Ger Camp Dschingis Toonot bei Binder 350 km

 

Um 8 Uhr Abfahrt vom Ger Camp. Zuerst ging es noch auf der Teerstrasse bis Baganuur. Unterwegs umschritten wir dreimal einen großen Owoo mit den mongolischen Jak-Standarten. Bei Baganuur sah man riesige Tafelberge. Es waren die Kohlehalden vom dortigen Tagebergbau. Von hier aus wird die Millionenstadt U.B. mit Kohle versorgt über eine Eisenbahnlinie. Bei der Bergbausiedlung Tsenkermandol bogen wir ab in die Berge, doch schon nach etwa 10 km erfuhren wir von Waldarbeitern, dass die Strasse zum Kloster wegen Erdrutschen nicht befahrbar ist. Daher mussten wir eine andere Route nehmen, die uns mindestens 2 ½ Stunden Zeitverlust brachte. Ab jetzt ging es nur mehr über abenteuerliche Pisten. Gegen 13:30 Uhr machten wir ein Picknick an einem Hang mit guter Aussicht über das weite Tal. Wir durchfuhren wunderschöne Landschaften mit Kiefern- und Lärchenwäldern und dazwischen Birkenhainen. Sumpfwiesen wechselten sich ab mit Flächen voll von Edelweiß und anderen Wildblumen. Auf den trockenen Ebenen machten die Nomaden Heuernte für ihre Winterlager. Kleine Traktoren waren dabei im Einsatz und alt und jung schichteten Heuhaufen zusammen. Traumhaft schön lag der Hangool Nuur (See) vor den Sansar-Bergen aber wir konnten aus zeitlichen Gründen leider keine Wanderung machen. Erst um 17 Uhr erreichten wir das Kloster Berheeven in herrlicher Lage. Ein freundlicher Mönch führte uns durch den großen wiederhergestellten Gebetssaal. Die meisten anderen Gebäude lagen allerdings ruinös in dem stillen Tal vor der Felswand. 30 Mönche leben zur Zeit im Kloster, früher sollen hier einmal bis zu 5000 gelebt haben. Um 18 Uhr fuhren wir weiter auf der abenteuerlichen Route. Auf einer weiten Ebene kamen wir noch zu „Hirschsteinen“, also Begräbnismonumenten für Fürsten aus der vormongolischen Zeit. Immer wieder ging es bei Furten durch Flüsse und Bäche. Ab 20 Uhr war es dunkel, so dass wir die Mauer von ölglötsch nur erahnen konnten. Es blieb uns ein Rätsel, wie sich unsere Fahrer in der Dunkelheit ohne Wegweiser nur an den Spurern orientieren konnten. Erst in der letzten Stunde suchten sie für einige Zeit den Weg zu unserem Camp, das auf einem Hügel neben einem Fluss lag. Gegen 22:30 Uhr, also nach 14 Stunden Fahrt erreichten wir das Camp, wo wir noch ein warmes Essen bekamen. Alle waren froh und trotz dem langen Tag gut gelaunt. Ein Schluck Wodka machte das Einschlafen in der Jurte leicht.

 

Fahrt nach Baganuur. Der Name der kleinen Stadt geht auf die alte Jurtensiedlung Gun Galuut Nuur („tiefer dunkler See“) zurück. Baganuur soll der Geburtsort des berühmten Schriftstellers Natsagdorsh sein. Heute ist es Bergbaustadt.

 

Beerheven-Kloster: Das Kloster liegt einmalig schön am Ostrand des Khentigebirges. Es wird von vier Bergen umgeben und jeder Berg ähnelt einem bestimmten Tier: Osten – Löwe, Süden – Drache, Westen – Tiger, Norden – Garuda (großer mythischer Vogel).

Das Kloster wurde 1777 vom Lama Tsevendorj gegründet und war lange Zeit das religiöse Hauptzentrum der östlichen Mongolei. In seiner Blütezeit beherbergte es 5 – 7000 Mönche. Der Tsogchin Haupttempel wurde erst 1813 gebaut. Im Kloster befinden sich drei wieder hergestellte Tempel und fast 50 überreste von zerstörten Tempeln, Stupas und anderen religiösen Strukturen. Es gibt auch viele Klippe-Holzschnitzerein, das sind Steinholzschnitzerein mit Bildern von buddhistischen Gottheiten, Inschriften von religiösen Mantras und dem mongolischen Symbol „Soyombo“, Steinskulpturen von Göttern und andere Kunstarbeiten entlang des 1 km langen Pilgerwegs. Sie stellen ein unschätzbares historisches Material für die Forschung über die Ausbreitung des tibetanischen Buddhismus in der Mongolei da.

Das Bereeven Kloster und seine Umgebung drücken auch eine einzigartige Fusion zwischen „Schamanismus und Buddhismus“ aus. Auch heute noch, wo nomadisch pastorale Bilder und nomadische Lebensweise und Kultur noch bestehen, erfolgt dieser Austausch zwischen den Naturreligionen und dem Buddhismus. Gerade schamanistische Zeremonien und Symbole wurden durch buddhistische Lehren, Ideen, Symbole und Traditionen bereichert.

Das Kloster hat eine bewegte Geschichte hinter sich, bis es dann 1937 zerstört wurde.

In der Nähe befindet sich der wunderschöne Hangol See.

Die Weiterfahrt führt nach Binder. Hier befindet sich der Wall von öglötsch, eine tausend Meter lange Mauer aus der Khan-Zeit.

 

Stupa: (tib. Chörten; mongol. Suburgan) Das Sanskritwort bedeutet eigentlich Haarknoten. Ursprünglich kennzeichnet der Stupa das hügelartige Grabmal des historischen Buddha oder von Heiligen. Entstehung in der indo-arischen Frühzeit (3. Jahrhundert v. Chr.) Als Symbol des Erleuchtungszustandes ist der Stupa die charakteristischste Ausdrucksform der buddhistischen Architektur, zentrales Monument vieler Tempel und Klöster. Im Inneren eines Stupas können nicht nur Reliquien, heilige Schriften, Bildwerke und Tsa tsas, sondern auch Gewänder verwahrt sein. Er vereinigt Weltenberg und Weltenbaum mit der Symbolik buddhistischer Lehre und der acht wichtigen Stationen im Leben des Buddha Shakyamuni. Aufbau: 1. ein mehrschichtiger Unterbau aus Ziegeln, 2. ein auf dem Unterbau ruhender Sockel, 3. die Kuppel (anda, das Weltei) 4. die mehrteilige Spitze (harmika = Steinkasten) und darüber ein oder mehrere aufeinander getürmte Schirme als Schutz- und Machtsymbol der Lehrer Buddhas. Im nördlichen Buddhismus bekrönt ein dreiteiliges Element aus Sonne, Mond und Juwel (Erkenntnis, Erleuchtung und Gesetz) als höchstes Gesetz den Stupa.

 

Tsa tsa: Tibetische Bezeichnung für Weihegaben (Votive). Sie sind aus getrocknetem oder gebranntem Lehm, der mit der Asche eines Mönchs oder Lamas vermischt sein kann. Aus Modeln werden sie in Serie zu Tausenden geformt und symbolisieren häufig die acht wichtigen Stationen im Leben des Buddha. Sie werden häufig in oder um Stupas, in Statuen oder an spirituellen Orten platziert. In der Palasthalle von Karakorum waren mehr als 100.000 Tsa tsas verschiedener Typen um den Zentralstupa herum deponiert worden.

 

 

 

5. Tag: Sa. 30. 8.

Fahrt durch den Bezirk Dadal: Denkmal der Geburtsstätte von Dschingis Khan, der das größte Reich der Weltgeschichte schuf. Der Legende nach soll er auf einer Insel im See geboren sein. 50 km

 

Am Morgen stellten wir fest, dass das Gercamp an einem Hang mit Edelweißteppich lag. Nach Dadal fuhren wir nicht weiter, da auch hier Warnungen vorlagen, dass die Pisten sehr nass sind und das Durchkommen schwer. So entschieden wir uns für einen ruhigen Tag bei der vermutlichen Geburtsstätte von Dschingis Khan. In einer der Seen soll er auf einer Insel geboren worden sein. Die Insel ist der Sage nach vor lauter Gold, welches die Mongolen gespendet haben, versunken.

Um 10 Uhr fuhren wir mit den Furgons ab in das Sum-Zentrum (Verwaltungsort in etwa bei uns einem Reg.-bezirk vergleichbar) von Binder. Hier leben überwiegend Burjaten, ein mongolisches Volk mit eigener Sprache und sie wohnen in Blockhütten aus Holz. Die meisten Burjaten leben in russisch Sibirien.

Durch Auen und Wälder ging es auf eine Bergspitze mit einem einmaligen Panoramablick auf den Onon-Fluss. Völlig unberührte Natur ohne irgendwelche Strassen, Stromleitungen, Gewerbegebiete etc. Ein Spaziergang durch einen Kiefernwald folgte und dann besuchten wir den Ort Binder. Außerhalb der Ortschaft liegt die Gedenkstätte zum Quriltai (Versammlung) der mongolischen Reichsgründung durch Dschingis Khan im Jahre 1206. Auf einem Hügel über dem See fanden wir den Owoo, der die vermeintliche Geburtsstätte des großen Mongolen markiert. Ein leckeres Mittagessen erwartete uns in der großen Jurte und dann Siesta. Gegen 16 Uhr fuhren wir in nahes Steppental.

Einsam ist das unendliche weite Hügelland der Steppe. Ab und zu entdeckt man eine weidende Herde oder weiße Jurten, die wie Pilze aus dem Gras schauen. Dort leben die Nomaden wie vor Hunderten von Jahren. Ihr Leben richtet sich nach den Bedürfnissen der Herden. Sie lassen uns teilhaben an ihrer Gastfreundschaft mit Musik und Gesang und ihren uralten Riten. Wir besuchten einen Nomaden, dessen Tiere aber weit weg waren auf der Steppe. Er erzählte uns von seinem Leben. Anschließend fuhren wir auf einen Berg über unserem Ger Camp und wanderten abwärts zum Fluss. Ein herrlicher Sonnenuntergang folgte zur Beobachtung. Nach dem Abendessen zeigte sich ein ganz klarer Sternenhimmel mit glänzender Milchstrasse. So was gibt es bei uns gar nicht mehr zu sehen wegen der Helligkeit unserer Umgebung.

 

Dschingis Khan: Zeitgenossen und Geschichtsschreiber nannten ihn die „Geißel Gottes“ und „Schrecken des Abendlandes“. Dschingis Khan war der größte Eroberer aller Zeiten – er schuf ein Reich, das größer war als das Imperium Alexanders des Großen oder Napoleons. Sein politisches und kulturelles Erbe ist noch heute wirksam. Seine Lebensgeschichte gleicht einem Abenteuerroman. 1154 als Sohn des mongolischen Hordenführers Jesügai geboren, wächst er nach dem Gesetz der Steppe zwischen den Nomadenzelten seines Stammes heran. Er ist erst dreizehn Jahre alt, da wird sein Vater von feindlichen Tataren vergiftet – und der Sohn beginnt zu träumen: von Rache, Macht und einem Mongolenreich, dessen unumschränkter Herrscher er sein will. Nach blutigen Stammesfehden, reichen Beutezügen und politischen Machenschaften wählt ihn schließlich der Reichstag der Nomaden zum Khan aller Khane.

Damit beginnt der von Heldentaten, phantastischen Siegen – und zunächst auch von Rückschlägen – gesäumte Weg zum Herrscher der damaligen Welt. Dschingis Khan erweist sich als unschlagbarer Taktiker, Diplomat und draufgängerischer Feldherr. An der Spitze unbesiegbarer Heerscharen durchquert er die Wüste Gobi, überwindet er die Chinesische Mauer und nimmt das Reich der aufgehenden Sonne in Besitz; die riesigen Tatarenländer, halb Russland und ganz Vorderasien folgen. Er scheint an allen Kriegsschauplätzen zugleich und unverwundbar zu sein.

Doch während der Invasion des geheimnisvollen Chin-Reiches stirbt er 1227 nach einem Sturz vom Pferd. Sein letzter Auftrag an seine Söhne war die Eroberung Europas: Vierzehn Jahre spätrer belagern die Mongolen Wien...

 

Die Höfe des Khans: Die Khane wechselten regelmäßig zwischen verschiedenen Sommer- und Winterlagern. Das Khanlager bestand aus dem Hauptfrauen-, Beamten- und Leibgardenlager. Es gab drei oiffizielle Zelte mit Platz für mehrere tausend Menschen (gelb für die Khuriltais, golden für die Thronerhebung und rot für die Feierlichkeiten). Gerichtsverhandlungen und Hinrichtungen fanden auch im Lager statt .Im „Freudenpalast“ wohnte der Großkhan gelehrten und religiösen Disputen bei, empfing Gesandte und ging Lustbarkeiten nach. Beim dreitägigen Farbenfest mussten alle Teilnehmer jeden Tag eine andere Kleidung tragen.

 

Filz: überall in der Mongolei begegnet man dem Filz, sei es als Abdeckung der Jurten oder als Teppiche im Inneren. Es ist ein ausgezeichneter Kälteschutz und eine eigenständige Erfindung der Nomadenkultur. Filz wird traditionellerweise von jeder Familie selbst hergestellt. Die geschorene Schafswolle wird zunächst gelockert und auf einer festen Matte verteilt, dann mit siedendem Wasser eingesprengt und schließlich mit der Matte aufgerollt. Diese längliche Rolle wird dann gedrückt und gepresst oder aber in eine Lederhülle gesteckt und mit einer hindurchgeschobenen Stange, an beiden Seiten mit einer Schnur verbunden, von einem Pferd oder Kamel zum weiteren Durchwalken über die Steppe gezogen. Dabei verkrallen sich die Schafhaare ineinander, verfilzen also und es bildet sich ein homogener Wollteppich. Da der Filz jedoch schnell verfällt, muss er dauernd erneuert werden. Durch die moderne industrielle Fabrikation gerieten die alten Herstellungsmethoden in Vergessenheit, doch findet man in letzter Zeit wieder dazu zurück.

 

Morin Khuur (Pferdekopfgeige): Sie besitzt einen flachen, trapezförmigen Holzkasten mit einem Schallloch in der Mitte. Die kürzere Parallelseite des Holzkastens hat einen langen Hals, dessen oberes Ende mit einem geschnitzten Pferdkopf geschmückt ist. Der Spieler hält das Instrument zwischen den Beinen. Das Instrument besitzt zwei Saiten. Entstehungslegende: Ein verwaister Knabe besaß einmal ein geflügeltes Pferd und er verliebte sich in ein Mädchen in der Nachbarschaft, in die auch ein anderer Mann verliebt war. Jeden Abend flog er auf seinem Ross zu dem Mädchen. Als der andere Mann davon erfuhr, schnitt er dem Ross die Flügel ab, worauf es starb und der Junge auch nicht mehr zu dem Mädchen konnte. Zur Erinnerung schnitzte er sich aus den Knochen des Pferdes den Kopf, machte Saiten aus den Sehen und bespannte den Bogen mit dem Haar aus seinem Schweif. Jedes mal wenn er auf seinem Instrument spielte, brannte in ihm der Hass auf den Feind und er erinnerte sich an die Liebe zu dem Mädchen und an sein galoppierendes Pferd.

 

 

 

6. Tag: So. 31. 8.

Weiterfahrt in den Bezirk Binder: Hier befindet sich der Wall von ölglötsch, eine Schutzmauer aus der Kitanzeit. Die Flüsse Onon und Balj fließen durch das Siedlungsgebiet der Burjaten Mongolen, die eine eigene Sprache und Kultur behalten haben. übernachtung in einem wunderschönen Tal mit Edelweißteppich. Zwei übernachtungen im Ger Camp Steppe Nomad 320 km

 

Um 8:45 Uhr fuhren wir los vom Ger Camp. Auf Pisten ging es durch breite Täler, die in der kommunistischen Zeit für Kolchosenlandwirtschaft genutzt wurden. Es wurde dort viel Gerste angebaut, doch auf den riesigen Feldern war das Getreide noch teils recht grün, so dass es vielleicht gar nicht mehr reif wird vor dem Winter. Immer wieder mussten Furten durchquert werden. Man konnte Kronenkraniche und auch Möwen (verirrt in er Mongolei!) sehen. Gegen 13 Uhr wurde die Siedlung Omnodelger erreicht und an einer schönen Furt gab es ein Picknick. Gegen 15:30 Uhr waren wir an der Teerstrasse nach 200 km Piste bei Jargalthan. Schnell ging es jetzt weiter auf der Millenium Strasse bis kurz vor Baganuur. Links ging es wieder auf Pisten nach Süden zum Naturreservat Gun Galutain. Von einem kleinen Pass hatte man eine schönen überblick über das Flusstal des Kherelken und dem schön gelegenen Ger Camp „Steppe Nomad“. Bei warmen Abendlicht gab es einen „Sundowner“ zwischen den Jurten. Das Abendessen in der luxuriösen Restaurantjurte schmeckte vorzüglich. Auch hier wieder schönster Sternenhimmel mit Sternschnuppen und einer überwältigenden Milchstrasse.

 

Kamele: überall in der Mongolei sieht man das zweihöckerige „Baktrische Kamel“ oder auch Trampeltier genannt. Es wurde schon vor Tausenden von Jahren domestiziert und ist verwandt mit dem seltenen wilden Kamel Khavtgai. Noch etwa 250.000 Kamele gibt es im Land, 2/3 davon findet man in den 5 Aimaks entlang der Gobi – 80.000 alleine im Aimak ömnögov. Kamele sind perfekte Transporttiere (bis zu 250 kg!) für lange Distanzen in der Gobi, obwohl sie nur etwa 5 km pro Stunde schaffen. Sie sind leicht zu zähmen, können eine Woche ohne Wasser und sogar vier Wochen ohne Futter aushalten. Die Tiere geben bis zu 5 kg Wolle und 600 Liter Milch pro Jahr und auch 250 kg Dung sind wichtig für die Steppe und als Heizmaterial für die Nomaden. Das Fleisch ist beliebt bei den Mongolen. Wenn die Höcker hängen, so ist das Kamel nicht ganz gesund, hungrig.oder durstig. Ein Kamel kann bis zu 200 Liter Wasser am Tag trinken. Normalerweise sind Kamele friedliche Tiere, doch während der Paarungszeit im Januar und Februar werden die Kamelhengste sehr aggressiv. Seit 40 Jahren geht die Zahl der Trampeltiere stark zurück, weil das Fleisch so beliebt ist und viele Nomaden aus dem Gobi-Gebiet auswandern und in fruchtbareren Gebieten lieber Rinder züchten. In den National Parks sind die wilden Kamele streng geschützt.

 

Sippe, Stamm und Verwandte: Die Bewohner eines Gers (Jurte) bilden zusammen eine Familie. Jede Familie definiert sich über die männliche Linie. Mehrere Familien bilden eine Großfamilie, bzw. ein Lager, das gemeinschaftliche Felder und Herden besitzt. Die Familien gehen ganz in der Gemeinschaft des Lagers auf, alle Arbeiten und Vergnügungen finden in diesem Rahmen statt. Eine Sippe besteht in der Regel aus zwei oder mehreren Jurtenlagern. In unsicheren Zeiten schlossen sich diese zu einem befestigten Lager zusammen. Die Ehefrauen werden grundsätzlich aus fremden Sippen genommen, eine Verschwägerung hat auch immer politischen Charakter. Mehrere Sippen zusammen bilden einen Stamm, der von einem Khan angeführt wird. Der Zusammenhalt der Stämme ist relativ locker, die Sippen können den Stamm verlassen und sich einen neuen Führer suchen. Der Tod seines Vaters Yesugai führte Temüdschin die Instabilität der nomadischen Lebensweise vor Augen.

 

 

 

7. Tag: Mo. 01. 9.

Fahrt durch die Steppenlandschaft in das Naturreservat Gun Galuutain im Kentii-Gebirge: Wanderung mit Vogelbeobachtung und Wildtieren am Fluss Kherelken. Besuch von Nomaden. Ger Camp 20 km

 

Nach dem Frühstück Fahrt mit den Furgons entlang dem Kherelken-Fluss in Richtung Berge. Dabei konnte man an einem kleinen See Wasservögel beobachten (Gänse, eine Trappe, Schwäne, Möwen) Pferdegruppen und Rinder standen im Wasser und wehrten die lästigen Mücken ab durch ständiges Nicken mit dem Schädel. Wir wanderten durch die Steppenlandschaft bis zum Ende der Piste. Lange Mittagspause im Camp und danach eine Lesung in einem kleinen Holzpavillon. (Galsan Tschinag: mongolischer Schriftsteller aus dem Stamm der Tuwas, der in Deutschland studierte und seine Werke auf Deutsch schreibt; Amelie Fried: Nomadenleben). Gegen 16:30 Fahrt in den bergigen Teil des Naturreservats. Von einer Berghöhe mit Steingrabresten aus hatte man eine prächtige Aussicht und konnte zwei Stunden abwärts zurück wandern. Dabei besuchten wir eine Nomadenfamilie, die uns zu Käse und Gebäck einlud. Wir revanchierten uns mit kleinen Geschenken. Zwischen den Jurten genossen wir wiederum einen Sundowner und erlebten einen romantischen Sonnenuntergang. Danach Abendessen und später Beobachtung des Sternenhimmels mit Erwins Fernrohr (optional).

 

Gun Galuutain Naturreservat: Das Naturreservat befindet sich östlich von Ulaan Baatar in einer schönen Steppenlandschaft. Man hat hier die Möglichkeit , seltene Vögel zu beobachten, aber auch andere Wildtiere kommen im National Park vor. Der Fluss Kherelken fließt durch den Park.

 

Nomaden im Winter: Im kurzen Herbst fallen die Temperaturen rasch unter 0 Grad. Die Weiden sind verhältnismäßig trocken und so wird das Gras quasi gefriergetrocknet und damit für die kommenden Monate konserviert. Dieses gefrorene Gras heißt öws. Es dient den Tieren als Winterfutter. Durch seinen Wassergehalt und eine gewisse darüber liegende Schneeschicht wird die teilweise Wasserversorgung der Herden garantiert. So gleicht die Mongolei im Winter einem riesigen tiefgekühlten Futtervorratslager. Das Frühjahr birgt allerdings große Gefahren für die Herden. Fällt zuviel Schnee, so leiden die Kleintiere, weil sie nicht mehr ans Futter kommen. Fallen Eisstürme ein oder überfrieren die leicht aufgetauten Weiden, so verletzen sich die Tiere an Maul und Klauen und können nicht mehr fressen. So setzt der weiße dsud ein, das Tiersterben durch Schnee. Ist der Winter zu niederschlagsarm, greift der schwarze dsud um sich: Es fehlt die schützende Schneedecke und die Erde gefriert bretterhart, so dass die Großtiere an Hufen und Hornsohlen verletzt werden. Sie können nicht mehr richtig laufen und magern schnell ab. Die Wasserstellen frieren zu und die Tiere verdursten. Um sich gegenseitig zu wärmen stellen sie sich eng zusammen, können nicht mehr genug fressen und verhungern schließlich. Wölfe auf Futtersuche sind im Frühjahr für Schafe und Ziegen gefährlich. Deshalb nehmen die Nomaden oftmals Junglämmer mit in die Jurten oder in ein Zelt. Früher war es nicht ungewöhnlich, wenn im Winter ein Viehverlust von einem Fünftel des Gesamtbestandes sich ereignete. Dank Winterställen und Wintervorratshaltung sind heutzutage die Verluste weniger groß. Aber auch heute noch können noch strenge Winter wie 1999 - 2002 Millionen von Tieren das Leben kosten.

 

Otor: Wenn im Sommer Dürre herrscht, oder es im Winter zu viel schneit, ziehen einige Mitglieder einer Viehzüchterfamilie weiter, um bessere Weidegründe für ihre Tiere zu finden. Diesen Vorgang nennt man „Otor“. Diese Umzüge können mehrfach im Jahr passieren. Nach einem solchen Umzug auf eine andere Weide muss sich das Vieh an das neue Weidegebiet zunächst gewöhnen; erst dann beginnt es Fett anzusetzen.

 


 

 

8. Tag: Di. 02. 9.

Vom Kherelken Fluss geht es zum Terelj National Park mit dem heiligen Schildkrötenfelsen und der Tempelanlage Aryaval, malerisch in einem Lärchenwald gelegen. Pferdereiten ist hier möglich.

Zwei übernachtungen im Guru Eco Gercamp 137 km

 

Nach dem Frühstück ging es zum Bogenschießen mit dem mongolischen Reflexbogen. Damit wurde vor 700 Jahren das größte Reich der Welt geschaffen! Alle probierten natürlich und es stellte sich heraus, dass das Schießen gar nicht so leicht ist, geschweige denn 8 Schüsse pro Minute stehend und reitend nach hinten abzuschießen mit höchster Treffergenauigkeit. Sieger im abschließenden Wettbewerb wurde Gerald, der vom Reiseleiter abends einen Wodka gestiftet bekam. Nach der Abfahrt vom Camp besuchten wir einen pferdezüchtenden Nomaden in seiner Ger. Wir tranken Airag, kosteten den harten Käse und konnten das Stutenmelken beobachten. Weiter ging es zu den Seen des Reservats. Dort sah man Wasservögel und riesige Pferdeherden (wahrscheinlich bis zu 1.000 Tiere) stehend im Wasser und auch manchmal in vollem Galopp. Die Fahrt ging wieder zurück zur Ortschaft Baganuur und auf der Milleniumstraße weiter bis zum riesigen Dschingis Khan Denkmal. Diesmal konnten wir das interessante Museum (Xiognu- und Mongolen-Ausstellung) besuchen und dem Pferd des Mongolenherrschers in den Schädel steigen. Die Mittagspause gestalteten wir als Picknick gegenüber dem Denkmal, wo es auch Adler und Geier mit einem kasakischen Adlerjäger zu sehen gab. Auf staubiger Piste ging es zur Turk-Gedenkstätte Tonyukuk. Lediglich 2 Stelen und große Grabplatten waren dort in einem abgesperrten Areal zu sehen. Die Gedenkstätte wird zur Zeit von der türkischen Regierung mit einer breiten Strasse erschlossen. Zurück zur Teerstrasse und Fahrt zum National Park Terelj mit dem heiligen Schildkrötenfelsen. Unser letztes Gercamp lag schön an einem Hang mit Blick auf die umgebende Bergwelt. Das Essen im schönen Restaurant schmeckte vorzüglich.

 

Pferde: Das Pferd hat in der Mongolei eine Sonderstellung, gilt es doch als Freund und Helfer in der Not. Sie sind hoch gelobt und sind ein eigenes heiliges Kapitel. Nirgendwo anders scheinen in einem Land so viele Pferde auf einen Einwohner zu kommen. Statistisch gesehen besitzt jeder Mongole ein Pferd. Die Tiere sind klein (Schulterhöhe nur 1,35m), zäh, widerstandsfähig, genügsam und können bis zu zwei Tonnen ziehen. Bei den jährlichen Rennen zeichnen sie sich durch Schnelligkeit und Ausdauer aus, wenn sie über eine Entfernung von 20 bis 35 km laufen. In einem Test (1921 und 1933) unter Bedingungen, die den Feldzügen Dschingis Khans vergleichbar sind, legten die Pferde in 25 Tagen eine Strecke von 1800 km zurück, wobei die Tiere jeweils frisch und in gutem Zustand am Ziele anlangten. Die Pferde sind es gewohnt, sich ihre Nahrung selbst zu beschaffen. Marco Polo berichtet von mongolischen Pferden, die grasen, während auf ihren Rücken die Krieger in voller Ausrüstung schlafen. Pferde geben Fleisch, das vor allem im Winter gegessen wird, und im Sommer die nahrhafte, heiß geliebte Stutenmilch. In Rindledersäcken oder neuerdings in Plastiktonnen vergoren, ergibt sich ein prickelndes heilsames Getränk – Airag - , das in vielen Gegenden während der Sommermonate literweise getrunken wird.

 

Airag: Es ist gegorene Stutenmilch (russ. Kumys) mit einem Alkoholgehalt von ca. 3% und darf bei keiner Feierlichkeit fehlen. Milch besitzt bei den Nomaden einen hohen Symbolwert. Sie gilt aufgrund der Farbe als rein und man glaubt, dass beim Gärungsprozess höhere Mächte im Spiel sind. Man trinkt es nie frisch. Die gemolkene Stutenmilch wird in einen Ledersack gefüllt in dem sich etwas fertiger Airag als Katalysator befindet. Stundenlang wird die Flüssigkeit dann schaumig geschlagen. Durch Fermentierung entsteht daraus die mongolische Spezialität. Es gibt auch wein- und branntweinähnliche Getränke aus Stutenmilch.

 

Die neue Dschingis Khan Statue ist ca. 40 m hoch und ist somit das größte Reiterdenkmal der Welt. Sie wurde am Ort Tsonjin Boldog errichtet, weil der Kahn an dieser Stelle angeblich eine goldenen Peitsche gefunden hat. Der Khan blickt in Richtung Osten, nach seinem Geburtsort. Die 36 Säulen, die um das Besucherzentrum aufgestellt sind, sollen die 36 Khane (Könige) darstellen, die Dschingis Khan untertan waren. Das Denkmal wurde im Jahr 2008 aufgestellt. Das anschließende Museum zeigt Exponate im Zusammenhang mit der Bronzezeit und den Xiongnu. Xiongnu (chines.) war die Bezeichnung für einen Stammesbund aus Reiternomaden, der zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. weite Teile Zentralasiens kontrollierte. Sie gründeten das erste Steppenimperium in der Geschichte Zentralasiens als Maßnahme gegen Chinas Eroberungspolitik. Sie wurden nach Niederlagen gegen die Chinesen und gegen benachbarte Stämme aufgesplittert und zum Teil westwärts abgedrängt.

 

 

 

9. Tag: Mi. 03. 9.

Besichtigung der Tempelanlage Aryaval. Ganztagestour im Naturschutzpark Terelj mit beeindruckender Landschaft. Möglichkeit zu Fuss oder mit dem Pferd unterwegs zu sein. 20 km

 

Auch heute wieder wie bisher blauer Himmel und angenehme Temperaturen um die 23 Grad C. Nach dem Frühstück Fahrt in das enge Tereljtal, vorbei am markanten Schildkrötenfelsen. Von einem Parkplatz aus wanderten wir bergaufwärts durch sibirische Vegetation (Birken- und Lärchenwald) zum Kloster Aryaval. Die Tempelanlage Aryaval wurde wieder neu aufgebaut und auch sehr schön ausgestattet. Es ist allerdings kein Kloster mehr, sondern dient als Meditationszentrum. Man hat von der Terrasse einen schönen überblick über die Region von Terelj. Einige ritten zurück vom Schildkrötenfelsen zum Camp, die anderen wollten eigentlich wandern, doch brachten uns die Fahrer blitzschnell zum Ger Camp. Dort waren wir mittlerweile die einzigen Gäste – Saisonende! Zum Essen gab es das Nationalgericht Buuz (Teigtaschen mit Fleischfüllung). Nach der Siesta brachen wir um 16:00 Uhr auf und fuhren einen extrem steilen Pfad hinauf auf einen Pass. Von dort hatte man einen fantastischen Ausblick über die schöne Zeugenberge mit ihrer Wollsackstruktur (vulkanisch). Die Wanderung führte uns bergabwärts durch Lärchenwald, Felsen- und Steppenbereiche. Zum Schluss ging es über den Golfplatz, auf dem vorher Erwin und Traudl ihre Handicaps verbessert hatten. Wir machten uns die Mühe ein wenig den Abfall aufzusammeln. Binnen weniger Minuten waren Taschen und Plastiktüten gefüllt. Es ist allerdings eine Sisyphusarbeit, weil die Mongolen noch keinerlei Umweltbewusstsein entwickelt haben und alles aus dem Autofenster werfen. Schade! Ein letzter Sundowner zwischen den Jurten ließ uns fast vergessen, dass es die letzte Nacht werden sollte in den gemütlichen Jurten. Es gab wiederum ein sehr leckeres Abendessen und am Himmel zogen Kumuluswolken auf.

 

Zehn Volksweisheiten der Kindererziehung:

 

1. Liebe Dein Kind richtig. 2. Schütze Dein Kind.

3. Bleibe Beispiel für Dein Kind. 4. Beschäftige Dich mit Deinem Kind.

5. Spiele mit Deinem Kind. 6. Zeige Deinem Kind die Lebensphilosophie.

7. Sage Deinem Kind, dass es stark ist. 8. Erziehe Dein Kind mit offenem Ohr.

9. Verheimliche Deinem Kind nicht die Farbigkeit der Welt. 10. Erziehe Dein Kind mit guten Erinnerungen.

 

 

 

10. Tag: Do. 04. 9.

Auf der Fahrt nach Ulaan Bator Besuch der Gedenkstätte Tonyukuk aus der Turkzeit. Fahrt nach Ulaan Baatar zum Hotel, Freizeit in Ulaan Baatar. 1 übernachtung im Park Hotel 90 km

 

Gutes Wetter und leichte Schlierenbewölkung. Nach dem Frühstück liefen wir zum nachbarlichen Gercamp. Nachdem wir unterwegs wegen der Heuernte nirgends Nomaden angetroffen hatten, die beim Umzug waren, bauten wir selbst eine Jurte ab und dann wieder auf. Die Fahrer halfen uns ein wenig dabei (Knoten und überwurf der Abdeckung). Eigentlich klappte es ganz gut und nach einer Stunde war die Jurte mit viel Spaß aufgebaut. Danach Fotosession mit mongolischer Kleidung und noch einmal Bogenschießen auf Wolffelle. Nach dem Mittagessen im Camp Abfahrt in Richtung Ulan Baatar. Beim großen Owoo über Terelj drehten wir noch drei „Schamanenrunden“ und warfen drei Steine auf den bereits riesigen Haufen. Damit dankten wir den Geistern für die gut verlaufene Reise. Kurz nach 14 Uhr erreichten wir das Park Hotel. Nach dem Ausladen des Gepäcks verabschiedeten wir uns von den 5 Fahrern. Sie waren wirklich ausgezeichnet und auch hilfsbereit. Ein ordentliches Trinkgeld ließ sie zufrieden strahlen. Bald danach fuhren wir per Bus in die Innenstadt zum Besuch des National-Museums. Besonders beeindruckend war hier die Bekleidungsausstellung der verschiedenen mongolischen Stämme. Was für eine Vielfalt! Das Museum hat die größte Mongolei-Sammlung der Welt. Um 18 Uhr begann die Vorstellung des Ek Thumen Ensembles in einem hübschen Theaterraum nahe des Zentrums. Man hörte mongolischen Obertongesang, alle Instrumente der Mongolen und sah herrliche Kostüme, ansprechende Tänze und zum Abschluss noch einen klösterlichen Maskentanz. In U.B. war danach – wie meist jetzt – großer Stau auf den Hauptstrassen. Die Mobilisierungswelle hat die Stadt voll getroffen. Omnibusse in großer Zahl, keine Parkplätze und jede Menge protziger Autos – einfach Chaos. Zum Abendessen ging ein Teil der Gruppe in ein russisches Lokal, der andere Teil speiste mongolisch in einem Karaokeclub – interessant.

 

Mongolische Redensarten:

·          Einmal gesehen ist besser als tausendmal gehört.

·          Vom Mund kommt die Zukunft.

·          Am Ende einer Angelegenheit legt man sich nieder, am Ende eines Vorhabens bleibt man nicht stehen.

·          Es ist besser der Kopf einer Fliege zu sein als der Schwanz eines Tigers.

·          Die Schlange mögen andere fangen.

·          Schnellen Hasen klebt oft Scheiße an den Waden.

·          Lerne lieber die Erschwernisse im Leben als das süße Verhätscheltsein kennen.

·          Des Menschen Flecken sind innen, der Schlange Flecken außen.

·          Deine Liebe im Innern versteckt, zeig dich nach außen hin rau.

·          Der Lügner nennt gern die Wahrheit, der Falsche gern das Mitleid.

·          Der Recke stirbt von einem Pfeil, der Reiche verarmt durch ein Unwetter.

·          Ist der Körper mächtig, ist man ein Leben lang mächtig; ist der Geist mächtig, ist man zehntausend Leben lang mächtig.

·          Geld macht gierig.

·          Bindet man um den Hals eines Hundes einen Mastdarm, wird er ihn wenigstens drei Tage lang nicht anrühren.

·          Die Jurten in einem Ail (Jurtensiedlung), die Schafe in einer Herde

 

 

 

11.Tag: Fr. 05. 9.

Besuch des „Schwarzmarktes“ von U.B., auf dem Nomaden alles kaufen können. Besichtigung des mongolischen Nationalmuseums, Abschiedsessen als mongolisches Barbeque. Nachmittags Einkaufsmöglichkeiten von Kaschmir- oder Filzprodukten. Freizeit. Abends Abfahrt der Transmongolischen Eisenbahn durch die Wüste Gobi, übernachtung in der Eisenbahn. 780 km

 

Um 9:30 Uhr verließen wir das komfortable Park Hotel samt unserem Gepäck. Zuerst besuchten wir den Bogd Khan Palast (Weltkulturerbe), danach ging es in die Kaschmirfabrik. Die Damen begeisterten sich vor allem am angeschlossenen Modeladen, wo man recht günstig echte Kaschmirwolle-Qualität erstehen konnte. Weiter ging es zum großen stehenden Buddha und ein Aufstieg durch eine Baustelle brachte uns zum riesigen sowjetischen Zaisan-Denkmal, welches an die mehrfache russische Hilfe für die Mongolei erinnerte. Von dort oben hatte man einen guten überblick über die vielen Neubaugebiete der Stadt. Anschließend besuchten wir den riesigen Schwarzmarkt, der zum Teil in Containern untergebracht ist. Uns interessierte vor allem die Abteilung für die Gers und mongolische Kleidung (Del). Dann reihten wir uns in den Stau auf der Friedensstrasse ein und fuhren zum größten Kaufhaus der Stadt, welches sich nicht wesentlich unterschied zu unseren Konsumtempeln. Ab 17 Uhr war Abschiedsessen im „Mongolian Barbecue“ Restaurant. Vait Scholz kam auch noch vorbei und freute sich, dass die Tour so gut geklappt hatte. Nach dem leckeren Essen ging es zum Bahnhof, dort noch Einkauf für die lange Eisenbahnfahrt, Geldwechsel und mit Hilfe unserer Fahrer auf den unendlich langen Bahnsteig. Dort stand der transmongolische Express bereit mit 26 Waggons (ca. 1 km lang!). Nach Bezug der Vierbett-Abteile und Abschied von Baatar und den Fahrern fuhr der Zug pünktlich um 20:50 von U.B. ab und hinaus ging es in die unendliche Steppe in Richtung Wüste Gobi.

 

Bogd-Khan-Palast: Der achte “Lebende Buddha”, das geistliche Oberhaupt der Mongolen, der nach der Loslösung des Landes von China bis zu seinem Tod 1924 auch weltlicher Herrscher war, lebte hier länger als 20 Jahre. Der Bogd Khan war verschwenderisch und jähzornig, er liebte den Luxus, die Frauen und den Alkohol. Von einem Einkaufsbummel in Shanghai brachte er das erste Grammophon und das erste Auto mit in die Mongolei. Trotz seines sehr weltlichen Lebensstils verehrten ihn die Mongolen sehr. Im Museum sieht man persönliche Gegenstände und Objekte, die er für religiöse Zeremonien nutzte. Im Klostermuseum in chinesischem Stil sind auch Thangkas, Bronzeskulpturen von Zanabazar (berühmter Bronzeskulptor), Filzapplikationen und Musikinstrumente ausgestellt,

 

Wüste Gobi: Auch im 21. Jahrhundert gilt der Name „Gobi“ noch immer als ein von den Reizen und den Gefahren des Unbekannten erfüllter Begriff. Auf der Landkarte bildet er einen ellipsenförmigen Körper, dessen mittlere Länge (von West nach Ost) etwa 2000 km misst. Etwa genau durch die Mitte dieses Gebietes verläuft die mongolisch-chinesische Staatsgrenze. Im mongolischen Teil verfärbt sich blassgrünes Grasland in graubraune Steppe, die in Wüste mit wenigen Oasen übergeht. Und auf der chinesischen Seite wechseln Schutt- und Geröllebenen ab mit Jahrmillionen alten Felsformationen, die sich weit über 4.000 m in den Himmel erheben (Karlik Shan 4.925 m), dazwischen erreichen riesige Dünengebiete mit ihren windmodellierten Sichelwogen eine Höhe von bis zu 300 Metern. Niederschlagsmengen von häufig nicht mehr als 50 Millimetern pro Jahr sorgen dafür, dass der Raum nahezu menschenleer ist. Bei den wenigen Oasen findet man Pappeln, Tamariskensträucher und Schilfdickicht und skurill wirkende Saxaulbäume. Wo sich heute eines der lebensfeindlichsten Gebiete der Erde befindet, dehnten sich vor Millionen von Jahren Meere und Sümpfe aus, ehe ein gewaltiges geologisches Ereignis alles veränderte: Die damals noch selbständige Landmasse Indien, ein kleiner Kontinent wie heute Australien, rückte gegen Asien vor, so dass es zu einem Zusammenprall der Kontinente kam. In der Knautschzone türmten sich mächtige Gesteinsschollen zu überdimensionalen Gebirgswülsten auf: Der Himalaya entstand.

 

 

 

12. Tag: Sa. 06. 9.

Ankunft in der Grenzstadt Erenhot/Zamin-Du. Fahrt zur chinesischen Grenzstadt Erlian. Umsetzung der Waggons auf chinesische Spurweite. Weiterfahrt nach Hohot in der chinesischen Provinz „Innere Mongolei“. Besuch des Dazhao-Tempel und Fünf Pagoden-Tempel.

übernachtung in Hohot im Hotel Hailian Place (Zhongshan Xilu, Nr. 1, Tel.: 0471-5278888). 400 km

 

Ab 6 Uhr war es hell und man konnte die unendlichen Weiten der Gobi vom Zugfenster aus beobachten. Sehr selten sah man nun Jurten und auch die Herden waren sehr klein und spärlich. Gegen 9:30 Uhr erreichten wir die mongolische Grenzstadt Zamin-Du. Die Passkontrolle dauerte 2 Stunden bevor es weiterging über die Grenze nach Erenhot. Dort wiederum Wartezeit von 1 ½ Stunden bis die Pässe gestempelt waren. Nun wurden unsere beiden Kurswagen in eine riesige Halle rangiert und dort konnten wir das Umsetzen der Fahrwerke von russischer Spurweite auf die chinesische Spurweite mit beobachten. Das war schon interessant. Um 14:30 endlich Abfahrt von Erenhot (also nach 5 Stunden!). Schlagartig änderte sich die umgebende Landschaft der Provinz Innere Mongolei . Immer wieder kamen armselige, auch ruinöse Bauernsiedlungen uns Blickfeld. Es gab keine Jurten mehr und nur mehr kleine Schafherden mit Hirten. Langsam kam auch Ackerbau in Sicht und grüne Bäume. Immer wieder sah man auch Windparks und entlang der Eisenbahn war ein breiter Grüngürtel angepflanzt um die Desertifikation zu stoppen. Mit der Zeit bauten wir Verspätung auf, weil wir schnellere Züge vorbei lassen mussten. Letztendlich erreichten wir Hohot kurz vor 23:00 Uhr. Dort erwartete uns Herr Ding /Agent und National Guide) und die örtliche Reiseleiterin Brita. Es regnete und wir fuhren schnell ins Hotel und hatten das Gefühl nach über 25 Stunden Eisenbahnfahrt recht müde zu sein.

 

Eisenbahnfahren in China. Eisenbahnfahren ist in China ein abenteuerliches Erlebnis. Ohne Agenten ist es für einen normalen Touristen fast nicht möglich eine Fahrkarte zu erhalten. Die Reiseagenturen vermitteln nicht gerne Fahrkarten, weil wegen der staatlichen Kontrolle nicht viel daran verdient ist. Für lange Reisen ist der sogenannte „Softsleeper“ die angenehmste Klasse und natürlich auch die teuerste Version.

In den vergangenen 5 Jahren hat China ein Expresszugsystem nach dem Vorbild der deutschen ICEs „aus dem Boden gestampft“. Alle großen Städte im Osten des Landes sind bereits verbunden. Die neuen Bahnhöfe sind wie Flughäfen gestaltet und liegen außerhalb der Stadtzentren. Die Bahntrassen sind völlig neu und in großen Abschnitten auf Brücken und Stelzen. Die Züge fahren mit Spitzengeschwindigkeiten von 300 kmh. Anfang August 2011 passierte ein schweres Unglück bei Wenzhou mit 38 Toten. Daher dürfen die Superzüge momentan nur mit maximal 250 kmh fahren.

 

Autonomes Gebiet „ Innere Mongolei“: Bereits im 11. – 3. Jahrh. vor Chr. gerieten die Chinesen mit den hier ansässigen oder nomadisierenden Steppenvölkern in Konflikt. Mongolische, türkische und tungusische Völkerschaften bedrohten die Chinesischen Kernprovinzen. Die Herrscher Chinas strebten immer danach, auf dem nördlichen Plateau Fuß zu fassen. Deshalb wurde auch die Große Mauer errichtet, die allerdings unter Möngke Khan und Kubilai Khan die Eroberung Chinas durch die Mongolen nicht verhinderte. Die mongolische Yuan-Dynastie regierte 100 Jahre (1268 – 1368). Später erlagen die Mongolen den Manjuren, die im 17. Jahrhundert die Ming-Dynastie ablösten.

Bis zum Sturz der Qing-Dynastie gehörten die Innere wie die äußere Mongolei (später die Mongolische Volksrepublik) zum Reich der Mitte. 1911 erlangte die äußere Mongolei mit russischer Hilfe ihre Unabhängigkeit, während Japan die südliche Steppenzone als seinen Einflussbereich betrachtete. Nach dem Zusammenbruch Japans schufen die chinesischen Kommunisten noch vor ihrem Einzug in Peking am 1. Mai 1947 das Autonome Gebiet Innere Mongolei.

Zur Zeit der Kulturrevolution befürchtete Peking separatistische Tendenzen der mongolischen Minderheit und verkleinerte deshalb das Autonome Gebiet um mehr als die Hälfte. Dies wurde jedoch 1979 rückgängig gemacht. Noch heute dominieren Viehzucht und Weidewirtschaft. In Gebieten mit reichen Bodenschätzen sowie im Umfeld der großen Städte wurde verstärkt Industrie angesiedelt. Die Mongolen stellen nur etwa ein Achtel der Bevölkerung der Inneren Mongolei; wie alle anderen Nationalitäten genießen sie besondere Rechte sowie eine begrenzte Gebietsautonomie. Die mongolische Geschichte und Sprache werden nach langer Missachtung inzwischen wieder respektiert und Dschingis Khan gilt auch hier nicht mehr als Schreckensgestalt.

 

 

 

13. Tag: So. 07. 9.

Von Hohot Fahrt in Richtung Baotou, Besuch des kleinen Meideizhao-Klosters Baotou: Altstadtbesuch. Durch die Ordos Wüste nach Dongsheng. Eine übernachtung in Erdos im Tentu Hotel (Dongshentianjiao Beilu Nr. 18, Tel.: 0477-3877666) 250 km.

 

Der nächtliche Regen war vorbei und wir verließen das Hotel gegen 8 Uhr. Der Fünf-Pagoden Tempel und das Kloster Da Zhao waren recht eindrucksvoll und beide richtig in Betrieb mit Mönchen und Pilgern. Zum erstenmal sahen wir in einem Tempel die chinesische Guayin-Figur (weibliche Form des Bodisattvas der Barmherzigkeit) und es gab auch einen neuen Jadebuddhatempel mit einer 4 m hohen Statue. Es wird also wieder kräftig investiert in die Religion in China. Es folgte eine Bummel durch die renovierte Altstadt mit vielen Touristikläden. Mittagessen gab es in einem großen Hotel am Hauptplatz der Altstadt. Dort fanden gleichzeitig mehrere Hochzeitsbankette statt und vor der Tür wurden krachende Feuerwerke abgeschossen. Der Geldwechsel fand in der Bank of China statt. Nachdem der Formalismus am Schalter unendlich lang dauerte, wechselten wir kurzerhand in der Schalterhalle bei einem privaten Geldwechsler zu einem besseren Kurs und mit Beobachtung der Polizei. Auf der Autobahn (anscheinend gibt es nur mehr nagelneue und recht leere Autobahnen in China) ging es weiter zum Kloster Meideizhao. Dies war der ehemalige Sommersitz des Altai Khan, Die ersten Mönche aus Tibet holte er in die Mongolei und hier entstand auch der Titel des lebenden Buddha Dalei Lama (Ozean der Weisheit). Es ist eine schöne Anlage. Nun überquerten wir auf einer langen Brücke den gewaltigen Fluss Huang He (Gelber Fluss). Weiter ging es zur wohlhabenden Großstadt Baotou (seltene Erden und Kohle) und nach Durchquerung noch bis zur 80 km entfernten Verwaltungsstadt Erdos. Zum Abendessen gab es im Hotel mongolischen Feuertopf. Der Lärm von Bedienungen und Gästen im Lokal war erheblich!

 

Hohot: Die „Grüne Stadt“ mit ca. 1,5 Mill. Einwohnern ist die Hauptstadt der Inneren Mongolei und liegt am Südrand der Wüste Gobi, südlich des Daqing-Gebirges. Gegründet wurde die Stadt durch den Mongolenfürsten Altan Khan (reg. 1552–1583), der Mitte des 16. Jahrh. hier residierte. Der Kangxi-Kaiser Xuanye (reg. 1661–1722) der Qing-Dynastie sicherte die Oberherrschaft Chinas über die Mongolei und legt eine Garnison in die Stadt. Hohot ist heute von vielen Orten Chinas aus sowohl mit der Bahn als auch mit dem Flugzeug erreichbar.

 

Das Kloster Da Zhao liegt östlich des Xilitu Zhao Lamatempels mit seinem 15m hohen tibetischen Stupa, der zu den schönsten der Mongolei zählt. Das Kloster wurde 1567 auf Anordnung des Mongolenfürsten Altan Khan gegründet, der sein Volk zu den in Tibet herrschenden lamaistischen Gelbmützenschule bekehrte. Stolz des Klosters ist sein silberner Buddha, und so heißt die Anlage bei den einheimischen denn auch Silberbuddha-Tempel (Yin Fo Si).

 

Der Fünf-Pagoden-Tempel (Wu Ta Si) , eigentlich Ci Deng Si (Tempel der Lampe der Güte) liegt im Süden der Stadt. Von dem Tempel ist eigentlich heute nur mehr die Diamantthron-Sarira-Pagode aus der Regierungszeit des Yongzheng-Kaisers Yinzheng (reg. 1723–1735) erhalten. Ihr 7,8m hoher quadratischer Sockel ist rundum mit buddhistischen Motiven und dem in drei Sprachen (Tibetisch, Mongolisch, Sanskrit) niedergelegten Vajra-Sutra geschmückt. Darüber erheben sich 5 Pagodenspitzen, die sich in sieben Geschosse gliedern. Im unteren Register des Aufbaus sind Glasurziegel mit Buddha- und Bodhisattva-Reliefs bedeckt.

Am alten Nordtor entstand Mitte des 18. Jahrhunderts die Moschee im chinesischen Stil. Sie ist das Werk von Angehörigen der islamischen Hui-Minorität, die aus Xinjang nach Hohot kam.

 

Baotou: Die Stadt liegt 140km westlich der Gebietshauptstadt Hohot am Ufer des Huang He (Gelber Fluss). Es ist die größte und bedeutendste Industrie- und Handelsstadt der Inneren Mongolei. Der Name bedeutet (sehr frei übersetzt) „Auftriebsplatz“ und erinnert an frühere Zeiten, als die Nomaden ihre Herden in den fruchtbaren Ebenen um den Ort weideten. Erst im 20. jahrhundert wurde durch den Bau einer Eisenbahn die Stadt mit Beijing im Norden und Lanzhou im Westen verbunden, was seine wirtschaftliche Entwicklung entscheidend förderte.

 

Der Gelbe Fluss (Huang He) Der Fluss trägt auch den Beinamen „Chinas Kummer“. Mehr als zwanzigmal veränderte der Strom in historischer Zeit seinen Lauf, er mündet heute um 600 km südlich verschoben ins chinesische Meer. Eintausendfünfhundertmal brachen vor 1949 die Dämme. Exponate dazu sieht man im Huang He Museum. Der Westen ist mit einer dicken Lößschicht bedecktes Hügelland, der Osten gehört zur Nordchinesischen Tiefebene, in der Gelber Fluss und Huaihe dem Meer zustreben. Bis zur Zeit um 1600 v.Chr. reicht die landwirtschaftliche Bebauung iun den Nachbarprovinzen zurück, die sich zusammen mit den ersten Dammbauten am Gelben Fluss entwickelte. Auch wegen des trockenen Winters und Frühjahrs, die künstliche Bewässerung der Anbauflächen erfordert, besaß hier von altersher die Wasserwirtschaft Tradition.


14. Tag: Mo. 08. 9.

Besuch des Dschingis Khan Mausoleum bei Dongsheng, Busfahrt nach Datong.

Zwei übernachtungen im Datong Hotel in Datong. 450 km

 

Ein Blick aus dem Hotelfenster in Erdos zeigte eine moderne Großstadt wie aus einer Computeranimation eines Architekturbüros. Nichts mehr ist alt, nur mehr riesige Neubauten sind zu sehen, die eingebettet sind in ein achtspuriges Straßennetz – alles für die Zukunft! Bei schönstem Sonnenschein fuhren wir von Erdos ab und sahen bald die Skyline einer weiteren Großstadt neben der Autobahn. Es handelte sich um die neu erbaute Verwaltungshauptstadt der Inneren Mongolei – eine Art Geisterstadt, weil nur ganz wenige Leute dort wohnen und nur zur Arbeit herkommen in die Bürogebäude. Die ehemalige Steppenlandschaft ist nur mehr zu erahnen. Von den Chinesen wurden viele Bäume angepflanzt und es wird überall Landwirtschaft betrieben. Was für ein Kontrast zur Mongolei. Gegen 9:30 erreichten wirt das Mausoleum von Dschingis Khan. Es ist eine monumentale Anlage auf einem Hügel, der durch eine riesige Treppenanlage betreten wird. Man kann viele Utensilien von Dschingis Khan dort sehen, obwohl überhaupt nicht bewiesen ist, dass er hier wirklich begraben liegt. Die Chinesen basteln sich halt ihre Geschichte zurecht wie es ihnen gerade ins Konzept passt. Interessant war auch der sogenannte „Befehlsstand“ des Herrschers. Es ist eine Kopie des Himmelsaltars von Beijing. Der ist allerdings erst 200 Jahre später erbaut worden. Nach dem Besuch ging es wieder auf gleicher Strecke zurück bis Hohot, wo wir ein spätes Mittagessen in einem Restaurant einnahmen. Dann suchte unser Fahrer aus Hohot die Zufahrt zur neuen Autobahn nach Datong. Sie war noch nicht eröffnet, aber wir hatten eine Sondergenehmigung zur Benutzung. So irrten wir 1 ½ Stunden im Südwesten der Großstadt Hohot herum, verfuhren uns immer wieder, fragten Einheimische und die Polizei und erreichten letzten Endes die streng geheime Einfahrt zur Autobahn nach Datong. Unser Bus war so ziemlich das einzige Fahrzeug für knapp 200 km auf einer nagelneuen Autobahn. Schönste Löslandschaften mit Höhlenwohnungen wurden durchfahren und wir erlebten auch einen zauberhaften Sonnenuntergang mit roten Wolken und Vollmond. Nachdem heute das Mondfest war wurde in den Dörfern überall gefeiert und man sah jede Menge Feuerwerk in der Dunkelheit. Das hielt auch noch die nächsten Tage an. Um 20 Uhr war Datong erreicht und das schöne alte Datong Hotel aus der kommunistischen Zeit war gut renoviert worden. Im Garten galoppierte eine lebensgroße Pferdeherde aus Bronze neben nackten römischen Göttinnen aus Marmor und das Abendessen war köstlich. Bei einem abendlichen Straßenbummel sah man viele chinesische Familien, die nach den Mondfest-Einladungen (in der Familie oder in einem Restaurant) auf dem Heimweg waren.

 

Das Dschingis Khan Mausoleum liegt im Banner (d.i. eine Verwaltungseinheit, einem Kreis vergleichbar) Ejin Horo Qi (etwa 120 km südlich von Baotou) auf der Ordos-Hochebene. Man reist über Dongsheng an.

Die drei achteckigen Gebäude tragen jeweils ein jurtenförmiges Kuppeldach. In der Haupthalle erhebt sich eine 5 m hohe Statue des Herrschers; die Darstellungen an den Wänden berichten von seinem Leben. Sarkophage des Herrschers, seiner drei Frauen und weiterer Verwandter sind in vier Jurten aus gelbem Satin in der hinteren Totenkammer untergebracht. Bestimmten überlieferungen zufolge soll Dschingis Khan tatsächlich hier bestattet sein. Aber es gibt auch Berichte, dass er nach altem Brauch in der mongolischen Steppe beigesetzt ist. Dieses Grab blieb bislang unentdeckt. Das später errichtete Mausoleum wurde mehrmals verlegt, zuletzt im Jahr 1954 vom Kloster Kumbum (Ta Er Si) bei Xining hierher in die Ordos-Steppe. Zur Gedenkstätte gehört auch ein kleines Museumsdorf, das die Lebensweise der Mongolen zur Zeit von Dschingis Khan veranschaulicht.

 

Essen in China: Ein fragendes „Wie geht’s?“ gibt es nicht in China. Der Chinese fragt „Haben Sie schon gegessen?“ Wohlbefinden drückt sich in diesem Land kulinarisch aus, wie auch andere wichtige menschliche Tätigkeiten wie Trinken, Schreiben und Sprechen, Schauen und Hören, Riechen und Schmecken. Sie formen eine elementare Einheit, die in Bildern lebt wie: „Der Frühlingswind ist gleich Wein, der Sommerwind gleich Tee, der Herbstwind gleich Rauch, der Winterwind gleich Ingwer.“ Chinesen nehmen das Wörtchen „essen“ so häufig in den Mund, weil sie immer noch traumatisch Angst vor einer Hungersnot haben. Bis heute definieren sie ihr Eßgebaren mit dem uralten Spruch: “Wir essen Krabben, wenn wir wählen können, und Baumrinde, wenn es notwendig ist.“ Noch in jüngster Vergangenheit, (1959-1962) sollen neunzehn Millionen Menschen an überanstrengung und Unterernährung gestorben sein.

Die Chinesen unterscheiden vier große Küchen: Die Küche des Nordens (Beijing, schwarz, salzig), die Küche des Ostens (Shanghai, grün, sauer), die Küche des Südens (Guangzhou/Hongkong, rot, bitter), die Küche des Westens (Sichuan, weiß, scharf). Die Mitte „zhong“ gilt von alters her als die fünfte und wichtigste Himmelsrichtung, sie wird durch gelb, die Farbe der Erde und des Kaisers, symbolisiert. Ihr entspricht der Geschmack süß, aber keine eigenständige Küche, es sei denn man erwähnt die „kaiserliche Küche“, die eine Mischform aus allen anderen chinesischen Küchen darstellt. Zusätzlich gibt es noch 55 Nationalitäten, die ihre eigenen Küchen haben (z.B. mongolisch, arabisch, indisch, türkisch etc.)

 

 

 

15. Tag: Di. 09. 9.

Datong, Besuch der buddhistischen Yungang-Höhlen und des hängenden Klosters Heng Shan Si. übernachtung in Datong. 200 km

 

Das Wetter blieb uns treu. Es war weiterhin schön und so fuhren wir gegen 8:30 Uhr zu den nur 15 km entfernten Höhlentempeln von Yungang. Seit dem letzten Besuch des Reiseleiters vor 8 Jahren hat sich die Stadt sehr verändert. Damals war es eine schmutzige und arme Stadt (Kohlenbergbau in der Provinz Shanxi und Niedergang der Lokomotivenfabrikation, sehr starke Umweltverschmutzung. Der neue örtliche Führer Herr Ching erklärte, dass nicht mehr mit Kohle geheizt werden darf, die Industrie sich an die Moderne angepasst hat (jetzt Fertigung von E- und Dieselloks) und zehntausende von Wohnungen errichtet worden waren. Die Zugverbindung von Datong nach Beijing dauerte früher 12 Stunden, heute fährt man die Strecke mit dem Expresszug in 3 ½ Stunden.

Die Yungang Grotten liegen nun in einer seit 2008 errichteten großen Parkanlage mit vielen neuen Gebäuden im alten Stil für die Andenkengeschäfte. Die Grotten erreicht man vom Parkplatz aus mit Elektrobussen, die heute wegen des Mondfestes nicht bezahlt werden mussten. Wir besuchten die Höhlen 5 – 7 und dann die weiteren ab Höhle 13. Die Höhlen 9 - 12 werden zur Zeit renoviert. Tausende von Buddhas in allen Größen (bis zu 30 m hoch) lächelten uns aus den Felswänden zu.

Noch vor 8 Jahren fuhr man zum Heng Shan Gebirge auf Landstrassen und durchquerte schmutzige Kohlendörfer, wo man das ganze Elend der kleinen chinesischen Kohlenminen hautnah erleben konnte. Auch die riesigen unterirdischen Flözbrände konnte man erahnen. Heute gibt es eine neue Autobahn und man durchfährt malerische Löslandschaften und Steppentäler und ist nach einer guten Stunde an den Felswänden des Heng Shan Gebirges. In einem schönen Restaurant lud der Reiseleiter zu einem kleinen Mittagessen ein mit Gemüsereis und Nudelsuppe. Danach ging es zum hängenden Kloster Heng Shan Si. Wir stiegen die etwa 80 Höhenmeter hinauf zu den Klostergebäuden der Daoisten. Die Geländer sind nur kniehoch und viele waren froh wieder unten zu sein. Man hatte schöne Aussichten von oben und unten auf die Schlucht und die heiligen Berge des Heng Shan. Schnell ging es zurück nach Datong . Dort sahen wir die neueste Attraktion. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren die 10 km lange Stadtmauer (15 m hoch, 6 m breit, vier Tore und viele Türme) wieder aufgebaut. Auch die Altstadt wird wieder aufgebaut. Noch wirkt sie recht steril und leblos, doch der Gedanke an zukünftigen Tourismus lässt die Tempelglocken beim Tourismusamt klingen. Ein Spaziergang durch die Hutongs der Altstadt zeigte ein erbärmliches Bild. Stinkende Gemeinschaftstoiletten, schmutzige Gassen, schrecklich beengte Wohnverhältnisse rechtfertigen das gigantische Bauprogramm der Regierung. Das Abendessen genossen wir im Restaurant des Hotels.

 

Datong: Die Millionenstadt liegt im nordchinesischen Kohlengebiet und war bekannt im Land für ihre Lokomotivenfabrik. Die Stadt ist in den Jahren 2009 bis 2013 „wieder aufgebaut“ worden, unter anderem auch wieder die komplette historische Stadtmauer. Die kunsthistorischen Schätze in der Nähe sind ersten Ranges. Von 376 bis 494 beherrschten die Könige des Toba-Volkes von hier aus halb China. Vom 10. bis 13. Jahrhundert diente der Ort den Kitan und den Dschurdschen als Nebenhauptstadt. Unter den Ming wurde sie wieder Grenzstadt und Datong mit einer Mauer befestigt, die teilweise erhalten geblieben ist. Im Südwesten der Altstadt liegt das Tempelkloster Shanhua Si aus dem 12. Jahrh. Die drei Tempelhallen zeigen den schlicht-monumentalen Stil der Mingzeit. Der größte Schatz des Tempels ist der Figurenschmuck der nördlichen Halle, der aus der Bauzeit erhalten blieb. Es sind die Buddhas der fünf Himmelsrichtungen, flankiert von 24 lebensechten Wächtergestalten.

östlich der Stadtmitte steht die berühmte „Neun-Drachen-Mauer“. Farbig glasierte Reliefziegel stellen die doppelt segensreiche Zahl dieser siegreichen Fabelwesen dar.

 

Yungang-Grotten: Die gewaltigen Höhlentempel stammen aus den Jahren 460 bis 494 und sind Stiftungen der Toba-Herrscher. Die Anlage zieht sich über einen Kilometer entlang einer Felswand. Aus vielen Darstellungen spricht eine heitere Frömmigkeit. Ganz grob können drei Gruppen von Figuren unterschieden werden: Durch ihre teils monumentalen Ausmaße fallen die Buddhas und Bodhisattvas am meisten auf. Kleine Buddhas bilden zuweilen ganze Serien. Eine zweite Gruppe sind himmlische Wesen wie tanzende Apsara-Feen und Musikanten, die das Glück des Erleuchteten ausdrücken. Eine dritte Gruppe bilden Gestalten mehr irdischer Natur, wie sie in den Legenden um Gautama Buddhas Leben vorkommen.

Die Besichtigung beginnt bei Grotte Nr. 5 bis 7, zu deren Schutz im Jahr 1651 hölzerne Vorbauten errichtet worden sind. In Nr. 5 steht die 17m hohe größte Buddhafigur. Nr. 6 ist der Höhepunkt, sowohl was den Erhaltungszustand als auch die Fülle der qualitätsvollen Darstellungen sowie die architektonische Anlage betrifft. Man sieht Szenen aus dem Leben Buddhas.

Die mit einem Dreizack bewaffneten Wächterfiguren am Eingang zur achten Grotte gelten als Beispiel für den über die Seidenstrasse vermittelten hellenistischen Einfluss. Sehr schön sind auch die Grotten 9 bis 12. Sie wurden unter der letzten Dynastie koloriert. In Nr. 9 werden Bodhisattvas von Apsaras umschwebt und Nr. 12 zeigt klassisch-chinesische Palastansichten mit himmlischen Musikanten mit Flöten und Trommeln.

Während die bisherigen Grotten über einen zentralen Pfeiler verfügen, bilden Nr. 16 bis 20, die als erste entstanden, jeweils eine Nische für einen monumentalen Buddha mit wenig zusätzlichem Figurenschmuck. Am besten erhalten hier ist Nr. 18 mit einem Bildnis Shakyamunis, des Buddhas der Gegenwart. Von Grotte 20 ist der vordere Teil eingestürzt, so dass die Statue im Freien steht.

 

Heng Shan „Wächter der nördlichen Reichsgrenze“ heißt dieser heilige Berg an der Großen Mauer. Noch heute zeugen Ruinen antiker Festungen und verwilderte Grenzpässe von der Frontstellung des daoistischen Berges. Seit der Song-Dynastie (960–1279) schützte der Heng Shan die Nordgrenze zur Mongolei. Bereits in der Frühgeschichte galt er als einer der Urberge der fünf Himmelsrichtungen, und die alten Chinesen nannten ihn Bei Yue, Berg des Nordens. Heute bevorzugen sie den Namen Heng Shan; „heng“ bedeutet Ausdauer und „shan“ Berg.

Inmitten versteppter Lössebenen wächst das Sandsteingebirge unvermittelt in den Himmel als bewache es das offene Land ringsum. Kommt man vom Norden von der Kreisstadt Hunyuan aus in Richtung Süden, enden die kargen Löshügel abrupt vor einer Felswand, die einen Canyon zu verriegeln scheint. Hier bändigt ein Stauwehr den Fluss Hun He, der im Altertum oft für überschwemmungen sorgte. Knapp neben dem Bauwerk aus sozialistischer Gründerzeit „klebt“ in der Felswand die eigentliche Berühmtheit – das „Hängende Kloster“ Heng Shan Si. Seine Räume und Pavillons ruhen auf gemauerten Simsen und werden von vielen Stangen raffiniert gestützt. Die verschachtelte Konstruktion aus Zimmern, Freitreppen und Wandelgängen besteht durchweg aus Holz und ist kunstvoll bemalt. Eine antike Legende erzählt, dass das Kloster – im 6. Jahrhundert gegründet – von den „gefiederten Soldaten“ im Fluge in die Steilwand hineingebaut worden sei. Für ihre Heldentat erlangten diese Daoisten Unsterblichkeit und wurden auf antiken Bronzespiegeln als beflügelte Männer gezeigt. Zu den Klosterschätzen gehören annähernd 80 Statuen aus Bronze, Eisen, Stein und Ton. Kunsthistorische Beachtung haben insbesondere die Tonbildnisse aus der Zeit der Tang-Dynastie (618–907) gefunden.

 

Berge besaßen für die Chinesen - ob sie nun Konfuzianer, Taoisten oder Buddhisten waren - seit alters her in erster Linie nicht einen ästhetischen Reiz, sie waren vielmehr Grundpfeiler der kosmischen Ordnung, in der idealerweise Himmel und Erde eine Harmonie bilden: In der chinesischen Vorstellung verliehen Berge als Säulen zwischen Himmel und Erde dem Kosmos seine Festigkeit. Zugleich waren sie wegen ihrer unberührten Natur Sinnbild der angestrebten Harmonie und für den einzelnen bevorzugte Rückzugsgebiete aus dem Alltag oder Leid der Welt und daher Kultstätten für zahllose Pilger. Der bekannteste und kultisch bedeutendste Berg ist der Taishan (1545m) in der Provinz Shandong. Die vier weiteren Berge sind der südliche Hengshan (1290m) in Hunan und der nördliche Hengshan (2127m) in Shanxi sowie der östliche Huashan (1997m) in der Provinz Shaanxi und der Songshan (1440m) in der Provinz Henan, nach der chinesischen Kosmologie im Zentrum der Welt gelegen. Hier, auf dem “Heiligen Berg der Mitte”, liegt das berühmte Shaolin-Kloster, angeblich die Geburtsstätte des Zen-Buddhismus.

Vier Bergmassive sind mit dem Buddhismus verbunden und gelten als Wohnsitz der Bodhisattvas. Sie liegen in Sichuan, Anhui, Shanxi und auf den Zhoushan-Inseln und verkörpern Feuer, Erde, Luft und Wasser und sind entsprechenden Gottheiten gewidmet.

 

 

 

16. Tag: Mi. 10. 9.

Busfahrt nach Beijing. Stadttour: Besuch der Anlagen des Himmelstempels, Tian An Men Platz. Eine übernachtung im Hotel Jingtailong International in Beijing. 370 km

 

Um 8 Uhr Abfahrt von Datong bei schönstem Sonnenschein. Die Fahrt ging durch interessante Lös- und Steppenlandschaften immer auf der Autobahn. Gegen Mittag erreichten wir den Pass bei Badaling und es ging 400 Höhenmeter abwärts in die Ebene von Beijing. Nur einmal sah man ganz kurz einen Abschnitt der chinesischen Mauer. Bald waren die Ausläufer der 20 Millionenstadt erreicht. Beim 4. Autobahnring verabschiedeten sich der örtliche Führer von Datong und der Busfahrer. Wir bekamen ein neues Team. Der örtliche Reiseleiter war nun Josef oder Sepp Chang. Er war ein lustiger Chinese, der 8 Jahre in Bielefeld studierte. Schon bald fuhren wir am Olympiastadion von 2008 (Vogelnest) und am Schwimmstadion vorbei und landeten zum Mittagessen im olympischen Gelände in einem ehemaligen Restaurant der Olympiafunktionäre. Hier wurde auch von Prem Gupta Abschied genommen. Er besuchte noch einen Neffen in Beijing. Wir fuhren weiter zum Himmelstempel und besichtigten das riesige Areal mit dem schönsten chinesischen Bauwerk, der dreistöckigen Himmelspagode mit den glänzenden blauen Dächern. Unser Hotel lag direkt neben der Fußgängerzone in der (neuen) Altstadt. Ein abendlicher Bummel führte durch diese auf alt hergerichtete Straße zum Quianmen Tor und Tian` An Men Platz. Leider war der riesige Platz für Besucher gesperrt wegen der Befürchtungen eines weiteren Anschlages von Uyguren. Im vergangenen Jahr steuerte ein Selbstmordattentäter ein Auto in die Menge auf den Platz, dabei starben 5 Menschen. Außerdem wurde die Sicherheitskonferenz wegen Irak, Isis und Ukraine vorbereitet. So spazierten wir an der Seite auf dem Fußweg entlang bis zum Tian´An Men Tor, sahen viel Militär und Polizei und die Illumination des geschichtsträchtigen Platzes. Der Abend war frei und die meisten besuchten die kleinen Lokale bei der Fußgängerzone.

 

Beijing ist die Hauptstadt Chinas und das wichtigste politische Zentrum. Zugleich ist es die kulturell bedeutendste Stadt des Landes. Die Gegend zwischen der Großen Mauer und dem Gelben Fluss ist chinesisches Kernland schlechthin. Beijing liegt 50 Meter ü.d.M. und hat ca. 18 – 20 Mill. Einwohner.

 

Platz des Himmlischen Friedens (Tian`an-Men) Der „Platz des Tores des himmlischen Friedens“ ist mit 40ha der größte öffentliche Platz der Welt. Er fasst 1 Mio. Menschen. In Blickrichtung Kaiserpalast liegt westlich die „Große Halle des Volkes“ (Volkskongress), östlich ist das „Museum der chinesischen Geschichte und Revolution“, in der Mitte das Denkmal der Helden des Volkes (1952 - 1958) und dahinter das Mausoleum von Mao Zedong (Tod 9.9.1976). Nördlich steht das letzte Tor der alten Stadtmauer, das Tian`an-Men-Tor. 1989 fand auf dem Platz das Massaker gegen die Studenten statt, das ca. 3.000 Todesopfer forderte.

 

Himmelstempel (UNESCO-Weltkulturerbe) Der Tian Tan ist einer der insgesamt 9 Altäre Beijings, die nach präzisen geomantischen, kosmologischen und rituellen Kriterien angeordnet wurden. Die Anlage ist fast 3 qkm groß, rechteckig und von einer Mauer umgeben. Sie ist dem Himmel, der obersten Gottheit des chinesischen Pantheons gewidmet. Der Kaiser bezeichnete sich selbst als "Sohn des Himmels"“ Die kosmologische Anordnung kann man von einem Hügel, der aufgeschüttet wurde während des U-Bahn Baues, gut erkennen. Die Zentralachse verläuft in Nord-Süd-Richtung. Nach Süden hin folgt eine kleinere Halle aus dem Jahr 1530. Die sie umschließende Mauer trägt die Worte, die man gegen sie flüstert, rund herum. Am südlichen Ende der Zentralachse liegt der Himmelsaltar. Es ist die Opferstätte, auf welche die ganze Anlage bezogen ist; sie ist durch eine innere runde Mauer und eine äußere quadratische Mauer hervorgehoben. Die 1530 erbaute und 1749 restaurierte Terrasse ist hinsichtlich Konzeption und Qualität der Ausführung das beeindruckendste, was chinesische Terrassenbaukunst je hervorgebracht hat. Sie ist 3stufig und repräsentiert bis zur letzten Einzelheit die Yang-Zahlensymbolik (Bezug auf die Zahl 9). Die oberste Stufe durfte nur der „Sohn des Himmels“, der Kaiser des Reiches der Mitte betreten. Er stieg gewissermaßen von der Erde, (Quadrat) in den Himmel (Kreis). Hier war die einzige Gelegenheit, bei welcher der Kaiser das Gesicht nach Norden wandte, um anzubeten, statt wie sonst nach Süden, um Verehrung entgegenzunehmen.

 

 

 

17. Tag: Do. 11. 9.

Busfahrt nach Chengde, Chinesische Mauer bei Jinshaling, Sommerpalast von Chengde. Eine übernachtung im Hotel Yun Shang in Chengde. 260 km

 

Bei Sonnenschein fuhren wir um 8:00 Uhr vom Hotel ab. Auf den Straßen Beijings war großer Stau, so dass wir 1 ¾ Stunden benötigten bis zum Stadtrand. Die Autobahn führte sehr bald durch eine schöne Gebirgslandschaft und gegen 11 Uhr sahen wir die chinesische Mauer mit ihren Wachtürmen auf den Berghöhen. Unser Ziel war der Abschnitt bei Jinshaling, wo wir fast die einzigen Besucher waren. Zu Fuß wanderten wir hinauf und gingen auf dem Mauerkamm die Entfernung von 5 Wachtürmen in östlicher Richtung. Man hatte immer wieder beeindruckende Ausblicke auf den Mauerverlauf und die Sicht war ausgezeichnet. Runter ging es auch wieder zu Fuß und das Mittagessen gab es im Lokal eines Bauernkollektivs. Danach ging es weiter auf der Autobahn nach Chengde (früher Jehol). Auch hier kein Wiedererkennen mehr mit der Stadt von 2001. überall standen riesige Wohnkomplexe, von der romantischen chinesischen Kleinstadt war nicht mehr viel zu sehen. Im Reiseführer von 1998 stand noch die Bevölkerungszahl von 100.000. Nach meiner Einschätzung ist Chengde heute auch bereits fast eine Millionenstadt. Wir besuchten den Sommerpalast der Mandschukaiser und machten einen gemütlichen Spaziergang durch den großen Park des Palastes. Muster war der große Westsee bei Hangzhou („Im Himmel das Paradies – auf Erden Hangzhou“, sagen die Chinesen). Kaiser Quianlong hatte den Süden 7 x besucht über den Kaiserkanal und so eine Parkanlage mit See wollte er auch bei seiner Sommerresidenz haben. Am Abend war Freizeit und es wurde von interessanten Lokalbesuchen erzählt am nächsten Morgen.

 

Die Große Chinesische Mauer: Normalerweise besucht man von Beijing aus die Mauer bei Badaling. Dort herrscht großer Trubel und die Mauer wurde in den vergangenen Jahren um viele Bauwerke erweitert. Die Mauer erreicht bei Badaling ihren höchsten Punkt. Man kann auch mit einem Sessellift zur Mauer hinauffahren und danach heruntergehen (oder umgekehrt).Neun Kilometer vor Badaling fährt man durch den Juyong-Pass. Der Torbau wurde 1340 errichtet und diente als Plattform einer Pagode.

Schöner und wesentlich ruhiger ist der Mauerabschnitt bei Jinshan. Die Mauer (Wanli Changcheng) im Norden von Beijing stammt aus der Ming-Zeit und wurde erst 1368 begonnen. Sie ist etwa 6000 km lang und reicht von Jiayuguan im Westen bis zum Yalu-Grenzfluss in Korea im Osten.

 

Chengde (ehemals Jehol) Ein chinesisches Disneyland des 18. Jahrhunderts könnte man die Sommerresidenz der Qing-Dynastie in Nord-Hebei nennen. In einer reizvollen und im Sommer kühlen Region ließen die Mandschu-Herrscher ihre von einer Mauer umgebene Sommerresidenz errichten - ein Höhepunkt traditioneller Bau- und Gartenkunst. Zahlreiche erlesen ausgestattete Hallen gehören zum gut erhaltenen Palastbezirk, der sich über ein Seen- und Pavillongebiet in eine weite Parklandschaft (fast 600 Hektar) öffnet. Außerhalb der Mauern verdienen die acht überwiegend lamaistischen Tempelanlagen Beachtung. Mit diesen Bauten verliehen die Mandschu ihrer Schirmherrschaft über das lamaistische Tibet Ausdruck.

 

Bi Shu Shanzhuang - Sommerpalast (Bergschloß, in dem man der Sommerhitze entfliehen kann), errichtet auf einem von einer ca. 10km langen Mauer umgrenzten Rundgelände. 1703 wurde mit dem Bau begonnen, der Qianlong-Kaiser Hongli veranlaßte bis 1790 mehrere Erweiterungen. Die Anlage ist ein Höhepunkt traditioneller chinesischer Baukunst. Das Areal gliedert sich in drei große Bereiche: den eigentlichen Palastbezirk im Süden, das Seen- und Pavillongebiet im Osten und das weite Parkgelände im Norden und Westen. Der Sommerplast ist UNESCO-Weltkulturerbe.

 

 

 

18. Tag: Fr. 12. 9.

Besuch der tibetisch-buddhistischen Tempel von Chengde. Nach dem Mittagessen Rückfahrt mit dem Bus nach Beijing. Freizeit und am Abend Besuch einer Aufführung der Peking-Oper.

1 Nacht im Hotel Jing Tailong International in Beijing. 260 km

 

Heute regnete es zum erstenmal. Unser Ziel war das Putuo Zong Sheng Miao Kloster. Dieser riesige Nachbau des Potala-Palastes von Lhasa wurde 1771 errichtet. Er steht auf einem Areal von 56.000 qm. Während wir die Innenräume und das Dach bestiegen regnete es aus Kübeln, doch kaum waren wir wieder draußen war der Regen vorbei und es wurde wieder sehr angenehm. Der zweite Tempel war der hervorragend renovierte Xumi Fushou Miao. Diese gewaltige Anlage wurde 1780 für den 5. Panchen Lama gebaut. In der obersten Ecke des Grundstücks war die mit Fliesen verzierte Pagode der Langlebigkeit. Das Mittagessen gab es in einem schönen chinesischen Lokal und dann ging es zurück nach Beijing. Nach drei Stunden waren wir am 3. Ring angelangt und besuchten einen großen Teeladen. Dort führte man uns die Teezeremonie vor mit fünf verschiedenen Teesorten. Die Freunde chinesischen Tees konnten dann auch einkaufen. Uns pressierte es nun zum Hotel und zur Peking Oper im Liyuan Theater im Quianmen Hotel zu kommen. Nach vielen interessanten Vorstellungen, die ich in diesem Theater schon gesehen habe, war unsere Aufführung eine Enttäuschung. Es fehlten vor allem die artistischen Einsätze von Tänzern mit Speeren, Säbeln und rasenden überschlagen. Dafür konnten wir lange Arien von einer einsamen Sängerin mit Katzengejaule hören. Schade! Nachdem uns für diese Kunstart sicher das Verständnis weitgehend abgeht hätte man zumindest den Touristen (95% des Publikums) die spektakulären Teile zeigen müssen. Viele Besucher verließen das Theater während der Vorstellung. Also anschließend noch zu einem kleinen Essen in ein Lokal und mit einem chinesischen Bier konnte man alles wieder vergessen. Schwoab mas oba!

 

An den Berghängen um die Kleinstadt Chengde errichteten die Mandschuren insgesamt acht imposante Tempel, allesamt im Stil verschiedener Landesteile. Der schönste der erhaltenen, der „Kleine Potala“, wurde in den 90er Jahren hervorragend restauriert und erstrahlt in besonderem Glanz.

Nördlich und östlich der Residenz liegen acht (ursprünglich elf) großräumige Tempelanlagen, überwiegend im tibetischen Stil errichtet. Die Inschriften über dem Li Zheng-Tor bezeugen, dass China auch unter den Manjuren ein Vielvölkerstaat war und der chinesische Kaiser als Schirmherr des Lamaismus fungierte. Dies dient den Chinesen auch unter anderem als Begründung für die Besetzung Tibets.

 

Die größte Tempelanlage der Sommerresidenz ist der Putuo Zongsheng Miao (1767 - 1771 errichtet) als eine Nachbildung des Potala-Palastes in Lhasa. Er diente als Aufenthaltsort für tibetische Kleriker. Sven Hedin ließ den Palast auf der Weltausstellung in Chicago 1933 errichten.

 


 

19. Tag: Sa. 13. 9.

Beijing Stadttour, Kaiserpalast, Konfuzius Tempel, Lama Tempel, Peking Ente Abschiedsessen, Fahrt zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland. 100 km

 

Heute konnte man ausschlafen. Wir verließen das Hotel erst um 9 Uhr mit allem Gepäck. Zuerst besuchten wir den riesigen Kaiserpalast (Verbotene Stadt). Zum Mittagessen fuhren wir in die Weststadt. Nun folgte der wunderschöne aktive Lamatempel mit seiner riesigen Buddhastatue und den Grünanlagen. Durch die Hutongs ging es dann zur kaiserlichen Akademie, wo über 1.300 Jahre das Prüfungszentrum war für die kaiserlichen Beamten. Besonders interessant war das Museum dieser Anlage. Das Prüfungssystem bestand bis 1911. Letzte Sehenswürdigkeit war dann der Konfuzius-Tempel mit 700 Jahre alten Bäumen. Es folgte noch der Besuch eines Seidenemporiums und die Suche nach Regenumhängen, die leider erfolglos blieb. Das Abschiedsessen war eine Einladung von Herrn Ding und von mir in ein „Peking Ente Restaurant“ mit 150-jähriger Tradition (die Enten waren natürlich nicht so alt!). Dazu gab es als Kostprobe roten chinesischen Dessertwein und ausgiebig Reisschnaps, Bier sowieso.

Gut abgefüllt ging es danach zum Capital Airport wo wir die größte Halle der Welt beim Einchecken bestaunen konnten. Wir verabschiedeten uns vom Local Guide Josef Chang, dem Busfahrer und Herrn Ding und damit war eine schöne Reise fast zu Ende gegangen.

 

Der Kaiserpalast – „Verbotene Stadt“ Die „Verbotene Stadt“ ist der größte und besterhaltene Komplex klassischer Gebäude in China. Der Palast wurde von 1406 - 1420 gemäß ritueller Vorschrift („Ahnen links, Götter rechts..., Regierungsgebäude vorn, Wohngebäude hinten“) angelegt. Die Gesamtausdehnung beträgt von Nord nach Süd 961m, von Ost nach West 753m. Umgeben ist er von einer mehr als 10m hohen Mauer und einem bis zu 52m breiten Wassergraben. Scherzhaft heißt es, er habe 9.999 und einen halben Raum, da nur der Himmel über 10.000 Räume verfüge. Tatsächlich hat der Kaiserpalast mehr als 9.000 Räume. Die Anlage zerfällt in 2 Teile: den südlichen äußeren Hof für die offiziellen Anlässe und den nördlichen inneren Hof als kaiserliches Wohnquartier und für die Konkubinen. Insgesamt lebten hier 24 Ming- und Qing-Kaiser. Der Erbauer war der dritte Ming-Kaiser Yong Le, der „Architekt von Beijing“. Er beschäftigte für den Bau 100.000 Handwerker und 1 Mio. Zwangsarbeiter.

 

Der Lama-Tempel (Yonghe Gong) wurde 1694 vom Kangxi Kaiser als Prinzenresidenz erbaut und 1744 in ein Kloster umgewidmet. Die Anlage folgt dem chinesischen Tempelaufbau: Vorhof mit Trommel- und Glockenturm, Halle der vier Himmelskönige, Halle der drei Buddhas (Drei Zeitalter), Halle des Buddhas der Langlebigkeit. Die Halle des buddhistischen Rades dient als Versammlungshalle der Mönche. Darin findet man eine 5,5m hohe Statue des Reformators und Gründers der tibetischen Gelbmützenschule, Tsongkhapa. In der letzten Halle befindet sich eine hölzerne, 18m hohe Statue des Buddha Maitreya. Diese Statue wurde dem Kaiser vom 7. Dalai Lama als Dank geschenkt.

 

Beim Guozijian handelt es sich um die kaiserliche Akademie und auch die höchste kaiserliche Lehranstalt der Dynastien Yuan, Ming und Qing. Sie liegt direkt neben dem Konfuzius-Tempel. Das über 1.300 Jahre alte Prüfungswesen wird in einem interessanten Museum erläutert und Bestandteile davon findet man in vielen Ländern der Welt. (z.B. auch im System der deutschen Beamtenauslese!).

 

Konfuzius-Tempel: Der Konfuzius-Tempel liegt an der Guozijian-Straße des Stadtbezirkes Dongcheng. Er wurde während der Yuan-Dynastie zur Erinnerung an Konfuzius, den großen Philosophen, Pädagogen und Begründer des Konfuzianismus aus der späteren Zeit der Streitenden Reiche, erbaut. Während der folgenden Dynastien Ming und Qing wurde die Anlage mehrmals umgebaut.

 

 

 

20. Tag: So. 14. 9.

Ankunft in Deutschland 8.600 km

 

Start mit einem Airbus A 330 der AIR CHINA um 1:20 vom Capital Airport Beijing. Flug über die Mongolei, Nowosibirsk, Ural, Moskau, Baltikum nach München. Flugdauer: 10 Stunden und 20 Minuten. Zeitverschiebung 6 Stunden. Landung in München um 5:20. Trübes Wetter, 16 Grad C. Fast drei Wochen anhaltendes schönes Wetter sind vorbei!

 

Nach vielen schönen Eindrücken ein herzliches Dankeschön den Mitreisenden für Ihr Verständnis bei den manchmal nicht so einfachen Situationen und für das rücksichtsvolle und lustige Miteinandersein. Dazu passt die mongolische Redensart: „Lerne lieber die Erschwernisse im Leben als das süße Verhätscheltsein kennen“. Bis zum nächsten mal!

 

 

Peter Bierl

 

 

(Mongolei-China-2014-Ablauf.doc)