Steppenfuchs Reisen

Steppenfuchs Reisen – Hintergrund – Wüste Gobi

Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here

Die Wüste Gobi

……Lop ist eine bedeutende Stadt am Rand der großen Wüste, die man die Wüste von Lop (Gobi) nennt. Ihr müsst wissen, dass in dieser Stadt jene eine Woche langrasten, die durch die Wüste ziehen wollen. Nach dieser Ruhepause, und nachdem sie sich mit so viel Proviant versorgt haben, dass sie und ihre Tiere einen Monat reicht, verlassen sie Lop und reiten in die Wüste. Denkt euch, es handelt sich allem Anschein nach um eine so große Wüste, dass es ein Jahr dauerte, von einem Ende zum anderen zu gelangen. An ihrer schmalsten Stelle nimmt die Durchquerung einen Monat in Anspruch. So besteht aus Bergen und Tälern von Sand und Steinen. Und es findet sich nichts Essbares dort. Wilde Tiere gibt es keine, denn sie hätten nichts zu fressen………

Diese Schilderung gab vor rund 700 Jahren Marco Polo, der durch ganz Zentralasien nach Peking reiste. Das erklärte auch die Bemerkung es dauert ein Jahr, von dem einen Ende zum anderen zu gelangen. Das ist im Zeitalter der Flugzeuge und der Automobile natürlich nicht mehr der Fall.

Zweitgrößte Wüste der Erde

Asien ist der Kontinent der „Rekorde“, ob es sich um die Gebirge handelt, die Ebene, Seen oder Flüsse. Es ist also zu erwarten, dass sich auch Asiens Wüsten diesen Maßstäben anpassen. Die Wüste Gobi ist ihrer Ausdehnung nach die zweitgrößte der Erde und wird an Größe nur von der Sahara übertroffen.

Geographische Lage

Die Wüste Gobi erstreckt sich von Kirgisien und dem Hochland von Pamir im Westen bis zur Mandschurei im Osten. Im Norden reicht sie bis Sibirien, im Süden fast bis zur Chinesischen Mauer. Sie umfasst einen großen Teil der Mongolei. Die Wüste ist rund 2000km lang und erreicht eine größte Breite von über 1000km. Mit einer Fläche von mehr als zwei Millionen Quadratkilometern ist sie fast zehnmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Kein Wunder also, dass Marco Polo glaubte, man brauche ein ganzes Jahr, um die Wüste Gobi zu durchqueren.

Ein riesiges Becken

In der mongolischen und mandschurischen Sprache bezeichnet das Wort Gobi eine Senke, deren Grund Steine und Sand bedecken. Die Wüste Gobi ist tatsächlich wie ein gewaltiges Becken geformt. Es liegt im Durchschnitt 1000m über dem Meeresspiegel. Den Rand der Senke bilden hohe Gebirge: Im Westen der Pamir, im Norden das Changai-Gebirge und die südlichen Ketten des Transbaikal, im Süden der Nanschan. Im Westteil der Wüste bilden die beiden Ketten des Altai und Tienschan drei Einzelbecken: Talal, die Kleine Mongolei, die Dsungarei und Ostturkestan. Die Wüste Gobi besteht nicht nur, wie wir zu glauben geneigt sind, aus Sand. Es gibt zwar in der Gobi große Sandflächen, aber auch Gebiete anderen Charakters. Stellen wir uns Ebenen und Becken aneinandergereiht vor, die sich bis zum Horizont erstrecken. Ihr Boden ist mit Kies und Salzsümpfen bedeckt. Aus dieser Öde ragen stark zerklüftete Felsengebilde hervor, die von den Sandstürmen allmählich abgeschliffen werden. Es sind Überreste ehemaliger Gebirge. Die sehr lebhaften Winde häufen den Sand zu langen, abgerundete Dünen an. Das ist die Wüste Gobi, ein endloses Gebiet von beängstigender Schönheit, vor allem wenn die untergehende Sonne die Felsen und die Dünen mit rötlichem Licht übergießt, so dass es aussieht, als versinke sie in einem brennenden Meer.

Klima

Die Wüste Gobi ist, wie wir schon sagten fast völlig von Gebirgen umschlossen. Die feuchten Luftströmungen, die von außen kommen, laden ihre ganze Feuchtigkeit an der Außenfront der Berge ab, und die Winde im Inneren der Wüste sind sehr trocken. Da keine Wasserverdunstung stattfindet, ist die Luft klar und durchsichtig: Man hat das Gefühl, der Horizont sei ganz nahe. Der Reisende reitet Stunde um Stunde, ohne dass er die Unebenheit in Gelände erreicht, die er schon lange deutlich als ein Hügel erkennt.

Im Großen und Ganzen ist die Gobi eine kalte Wüste, da sie relativ hoch, im Inneren des Kontinents liegt. Im Winter sinkt die Temperatur manchmal auf -30° und sogar -40°C, im Sommer steigt sie auf +40°C. Regen fällt sehr selten. Die Niederschlagsmenge beträgt rund 100mm jährlich in den tief liegenden Gebieten und 200mm in den höher gelegenen Randgebieten. Temperatur im Durchschnitt: Winter: -6° bis -15°C; Sommer: +22° bis +26°C.

Tiere

In der Wüste Gobi gibt es fast keine Tiere oder Vegetation. Man ist sehr erstaunt, wenn man in diesem unwirklichen Gebiet überhaupt Leben findet

Bevor sie ihre Zelte aufschlagen, untersuchen die Menschen den Wüstenboden genau. Sie fürchten die Wüstenschlangen, die durch ihre gelbe Farbe im Sand fast nicht zu sehen sind und sich mit großer Vorliebe in die Wagenspuren legen. Marco Polo sagte, in der Wüste gebe es keine Tiere. Man findet indessen Antilopen, Ziegen, Wildesel, Wildschafe und das Przewalskij – Pferd. Seinen Namen erhielt es nach dem russischen Asienforscher N. M. Przewalskij, der diesen direkten Nachfahren der ältesten Pferderassen als erster beschrieb. Weiter kommen in der Gobi Nagetiere und Echsen vor.

Pflanzen

Pflanzen brauchen Wasser, von dem man in der Gobi, nur träumen kann. Die einzigen Pflanzen, die dort überleben, sind harte und Dornen tragende Kräuter. Sie bilden die Nahrung der Pflanzen fressende Tiere und vor allem der Kamele, die von den halbnomadischen Mongolenstämmen in Herden gehalten werden.

Steppenfuchs Reisen – Hintergrund – Mongolei

Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here

Mongolei

1991 trat die Mongolei aus dem Schatten der Sowjetunion. Eine von den Mongolen selbst so getaufte demokratische Revolution katapultierte die Volksrepublik Mongolei aus der Situation eines sowjetischen Satrapen, in der sie sich seit 1921 befunden hatte, in die politische und wirtschaftliche Selbstbestimmung. Seit 1991 entscheidet nicht mehr der große Bruder im Westen – die Sowjetunion – wie sich Wirtschaft und Kultur des Landes entwickeln sollen, sondern die mongolische Bevölkerung selbst.

Das Ergebnis ihrer Wahl verblüffte alle Beobachter: Zwar verabschiedete die mongolische Regierung – nicht anders als andere Länder des ehemaligen sowjetischen Einflussbereiches – ein politisches Programm, das die sofortige und vollkommene Privatisierung des Landes nach westlichen Vorgaben vorsah. Der im Zuge der sowjetischen Krise auch hier ins Stocken geratenen Modernisierung sollte damit neue Schubkraft verliehen werden.

Rückkehr zum Nomadentum

Wie erstaunt aber waren die Statistiker des Landes, als sie feststellen mussten, dass in der Folge der Privatisierung nicht eine Modernisierung westlicher Art stattfand, sondern dass sich die Bevölkerung des Landes verstärkt dem nomadischen Leben zuwandte. Lebten am Ende der sowjetischen Zeit nur noch 27 Prozent der Bevölkerung in nomadischen Verhältnissen, so war deren Zahl bis 1996 auf 45 Prozent angestiegen. Gleichzeitig aber platzte die Hauptstadt Ulaanbaatar aus allen Nähten, wuchsen die Vororte zu unüberschaubaren Slums an, in denen sich Arbeitslosigkeit und eine zunehmend unkontrollierbar werdende städtische Kriminalität ausbreitet.

Zwei Welten stießen aufeinander, deren Entwicklung sich kaum miteinander zu vereinbaren scheint: die explosionsartige Entwicklung urbaner Industriekultur nach westlichen Standards, mit der Kehrseite von städtischem Massenelend auf der einen Seite, die Rückkehr zu den traditionellen Wirtschafts- und Lebensweisen der nomadischen Kultur auf der anderen. Wie ist das zu bewerkstelligen?

Tradition und Modernisierung 

Wie kann die Modernisierung einer in ihren Grundzügen nomadischen Gesellschaft aussehen, ohne dass dabei die traditionellen kulturellen Werte vollends zerstört werden? Wie kann eine Rückbesinnung auf die traditionellen Werte aussehen, ohne in mittelalterliche oder gar vormittelalterliche Lebensweisen Zurückzufallen? Dies waren die Fragen, die sich dem Kongress stellten.

Dies waren auch die Fragen, denen der Autor der Sendung in seiner anschließenden Recherche im Land selber weiter nachspürte. Wie ist das Leben in den Jurten draußen in der Steppe? Worin besteht ursprüngliche nomadische Wirtschaftsweise, die heute in der Mongolei wieder aufleben könnte? Was bleibt andererseits von der Jurte, wenn sie in die Stadt versetzt wird?

Land und Leute 

Mit einer Gesamtfläche 1.566.500 km ist die Mongolei ca. viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die Ost-West-Distanz misst 2.392 km, die Nord-Süd-Distanz 1.259 km. Das Land liegt zwischen Russland (Norden) und der Volksrepublik China (Süden, Osten und Westen) und besitzt keinen Zugang zum Meer.

Das Land ist ein Hochland, die mittlere Höhenlage liegt bei 1.580 m über dem Meeresspiegel ,und wird in fünf topografische Zonen unterteilt: Das Altai-Gebirge im Westen (bis 4.300 m hoch), die daran angrenzende große Senke mit zahlreichen Seen, der Changai-Chentij-Komplex im Norden mit den fruchtbaren Flächen des Selenge-Tuul-Beckens, nördlich davon das mongolische Hochplateau (an Russland angrenzend) und die süd-östliche Wüste Gobi. 80 Prozent des Landes werden als Weideflächen genutzt, landwirtschaftlicher Anbau ist auf Grund der Bodenbeschaffenheit und des Klimas bei nur 1 Prozent der Flächen möglich. Lange, trockene Winter und kurze Sommer prägen das Klima; die Durchschnittstemperatur im Sommer (Ulaanbaatar) beträgt ca. 16-17 Grad, im Winter ca. – 22,5 Grad. Im Jahr 1997 lebten ca. 2,3 Millionen Menschen in der Mongolei, das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 1,4 Einwohner pro km. Ca. 88 Prozent der Bevölkerung sind Angehörige verschiedener mongolischer Stämme, die meisten davon gehören dem Stamm der Chalcha an; 6 Prozent sind Kasachen, ca. 5,5 Prozent Russen und Chinesen. Die Zahl der Einwohner stieg in den letzten Jahren sprunghaft an – trotz hoher Kindersterblichkeit. Die Mongolei lag lange Zeit – was das Wachstum der Bevölkerung betrifft – mit an der Spitze aller Länder. Im Jahr 1989 waren ca. 44 Prozent der Mongolen unter 15 Jahre, 75 Prozent unter 35 Jahre alt. Die Zahl der Geburten und der Säuglingssterblichkeit nahm aber im Jahr 1997 wieder ab.

Politik und Wirtschaft

Russland unterstützte schon früh die Mongolei in ihren Autonomiebewegungen und beeinflusste in den Folgejahren das Land politisch, wirtschaftlich und ideologisch. Der Handel war lange Zeit fest in den Händen russischer und chinesischer Kaufleute. Mit den wirtschaftlichen Problemen in den Partnerländern geriet auch die mongolische Wirtschaft in eine tiefe Krise. So verringerten sich 1991 die Exporte der Mongolei um mehr als 50 Prozent, die Importe um ca. 60 Prozent. Die Mongolei ist reich an Bodenschätzen: Kohle, Eisen, Gold, Kupfer, Zinn, Silber, Flussspat u.a., lagern in den Böden des größtenteils noch unerschlossenen Landes, werden aber auf Grund der schlechten Infrastruktur derzeit noch nicht in vollem Umfang abgebaut.

Quelle: https://www.br-online.de/bayern2/collegeradio/
2008 -2020 © Steppenfuchs Reisen. All rights reserved. Designed by Steppenfuchs Reisen

Steppenfuchs Reisen – Hintergrund – Przewalskij Pferde

Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here

Die Przewalskij Pferde

Auf einer Forschungsreise in die Mongolei anno 1878 erhielt der russische General und Forschungsreisende Oberst Nikolai Przewalskij den Schädel und das Fell eines Pferdes geschenkt, das einem Kameljäger in der Gobi unverhofft vor die Büchse gelaufen war.

Die Belegstücke brachte er an den Zarenhof, wo der Zoologe J.S. Poliakow die Trophäe einer eigenen Spezies von Wildpferden zuordnete und zu ehren seines Entdeckers Equus przewalskij benannte. Gegen Ende der letzten Eiszeit lebten diese Rupfende im gesamten Steppengürtel Europas und Asiens, der damals von der Iberischen Halbinsel bis nach Ostasien reichte.

Klimatische und ökologische Umstellungen brachten sie an den Rand des Aussterbens, und lediglich durch die Übernahme als Haustiere erlebten sie weltweite Ausbreitung. Doch die eigentlichen Wildpferde verloren an Lebensraum. Die Wüsten der Mongolei waren die letzten Gebiete, in die sie sich aufgrund des zunehmenden Weidedruckes und der menschlichen Besiedlung zurückgezogen haben. Doch auch hier wurde das Przewalskij – Pferd vermutlich spätestens in den 50er Jahren ausgerottet. Als Nahrungskonkurrent zu den weiter vordringenden Nomaden und ihren Herden wurde das Przewalskij gejagt und erbarmungslos verfolgt.

Auf einer Forschungsreise in die Mongolei anno 1878 erhielt der russische General und Forschungsreisende Oberst Nikolai Przewalskij den Schädel und das Fell eines Pferdes geschenkt, das einem Kameljäger in der Gobi unverhofft vor die Büchse gelaufen war.

Die Belegstücke brachte er an den Zarenhof, wo der Zoologe J.S. Poliakow die Trophäe einer eigenen Spezies von Wildpferden zuordnete und zu ehren seines Entdeckers Equus przewalskij benannte. Gegen Ende der letzten Eiszeit lebten diese Rupfende im gesamten Steppengürtel Europas und Asiens, der damals von der Iberischen Halbinsel bis nach Ostasien reichte.

Klimatische und ökologische Umstellungen brachten sie an den Rand des Aussterbens, und lediglich durch die Übernahme als Haustiere erlebten sie weltweite Ausbreitung. Doch die eigentlichen Wildpferde verloren an Lebensraum. Die Wüsten der Mongolei waren die letzten Gebiete, in die sie sich aufgrund des zunehmenden Weidedruckes und der menschlichen Besiedlung zurückgezogen haben. Doch auch hier wurde das Przewalskij – Pferd vermutlich spätestens in den 50er Jahren ausgerottet. Als Nahrungskonkurrent zu den weiter vordringenden Nomaden und ihren Herden wurde das Przewalskij gejagt und erbarmungslos verfolgt.

Das Überleben der Art ist dem Hamburger Tierhändler Carl Hagenbeck und dem Grafen Falz Fein, der in der Ukraine in Alkania Nowa ein großes Freigelände unterhielt, zu verdanken.

Hagenbeks Tierfänger brachten von Expeditionen 1901 und 1902 insgesamt 39 Wildpferde, die meist als Fohlen gefangen und mit Hilfe von mongolischen Ponystuten aufgezogen wurden, nach Europa.

Von diesem Bestand waren nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch nur 13 für die Zucht geeignet. Sie sind die Stammeltern aller heute noch lebenden Przewalskij-Pferde. Die Nachzüchtungen waren so erfolgreich, dass von etwa 1500 Tieren weltweit ausgegangen wird. Das Ponygroße Tier von etwa 1,40 m Schulterhöhe mit dem beigefarbenen Fell, dem wie mit Mehl gepuderten Maul, zu diesem Kennzeichen auch die kurze Bürstenmähne, der dunkle Aalstrich entlang Wirbelsäule und die meist schwarzbraun gestiefelten Beine gehören, gilt als Urahn aller heute bekannten Pferderassen. Verschiedene Forscher- und Sponsorengruppen bemühen sich um die Wiedereingliederung des Przewalskij Pferdes, das die Mongolen als TACHI bezeichnen, in der Mongolei.

Eine erste Herde konnte im Sommer 1992 – dank der Finanzierung und Unterstützung durch deutschen Geschäftsmann Christian Oswal – in ein Auswilderungsgehege im Südwesten der Provinz Gobi-Altai gebracht werden. Hier wurden vor einigen Jahrzehnten die letzten drei freilebenden Tiere gesehen. Eine weitere Gruppe wurde von der holländischen Züchterfamilie Boumann in einem Gehege 80 km östlich von Ulaanbaatar angesiedelt. Ein drittes Projekt planen einige europäische Zoos.

Quelle:Mongolei / Peter Woeste Duemont 1995

Steppenfuchs Reisen – Hintergrund – Bayanzag

Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here

Bayanzag

Die Flammenden Klippen in der Mongolei werden oft als Mekka der Paläontologie bezeichnet. Lange Zeit waren sie westlichen Wissenschaftlern verschlossen, erst die Öffnung des Eisernen Vorhangs Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre hat neue Expeditionen in dieses Gebiet ermöglicht, die zu einigen der sensationellsten Funde dieses Jahrzehnts geführt haben.

Schon in den zwanziger Jahren organisierte das American Museum of Natural History unter der Leitung von Roy Chapman Andrews mehrere Expeditionen in die Wüste Gobi, die jedoch Ende der 20er aufgrund der politischen Lage in der Mongolei aufgegeben werden mussten. Eigentlich wollte man damals gar nicht nach Dinosauriern graben, sondern suchte nach Spuren von Frühmenschen. Was man in den Ablagerungen aus der späten Kreidezeit (Alter ca. 80 Millionen Jahre) fand, war jedoch etwas ganz anderes, nämlich Dinosaurier und primitive Säugetiere, die aufgrund der klimatischen Verhältnisse in einmaliger Qualität erhalten waren.

Beeindruckend ist nicht nur die Qualität der Fossilien aus der Wüste Gobi, sondern auch deren Quantität. Einer der häufigsten Funde ist der kleine Horndinosaurier Protoceratops, von dem man Exemplare in sämtlichen Altersstufen gefunden hat, was äußerst selten ist. Der Allgemeinheit bekannter dürfte jedoch der kleine Theropode Velociraptor mongoliensis sein, einer der Stars aus Michael Crichtons JURASSIC PARK. Die ersten Funde dieses flinken Räubers machte schon Roy Chapman Andrews auf einer seiner Expeditionen.
Manche der Dinosaurier aus der Wüste Gobi sind nordamerikanischen Arten sehr ähnlich, wie z.b. der große Tyrannosaurier Tarbosaurus bataar. Andere wiederum gleichen keiner Spezies, die bisher auf einem anderen Kontinent gefunden wurde. Ein solch kurioses Tier ist der kleine, zahnlose Theropode Oviraptor, was so viel bedeutet wie Eierdieb. Er bekam seinen Namen, weil man das erste Exemplar auf einem Nest mit Dinosauriereiern gefunden hat, das Protoceratops zugeschrieben wurde. Man vermutete, dass er vom Tod überrascht wurde, als er gerade dabei war, das Nest auszuräubern. Ein neuer Fund aus den 90er Jahren warf diese Theorie jedoch völlig über den Haufen: Man fand einen Oviraptor, der in Bruthaltung auf einem Nest voller Eier saß und in dieser Stellung fossilisiert war. Einige dieser Eier enthielten Embryonen, deren genauere Untersuchung ergab, dass es sich um Oviraptoren handelte. Die Eier selbst entsprachen genau der Form, die man einst Protoceratops zugeschrieben hatte. Ein schönes Beispiel dafür, dass man bei neuen Funden niemals vor Überraschungen sicher sein kann und daß so manches Lehrbuch irgendwann umgeschrieben werden muß.
Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte sich einige der Fundstücke in New York ansehen, was ein äußerst beeindruckendes Erlebnis ist. Wer bis auf weiteres nicht nach New York kommt, kann sich online auf eine virtuelle Reise begeben: Unter dem Thema Gobi – Dinosaurs in the Desert kann man auf den Webseiten des American Museum of Natural History im Reisetagebuch der Gobi-Expedition von 1998 lesen und/oder sich Bilder der Fundstücke anschauen.

Quelle: Michael Novacek

Steppenfuchs Reisen – Hintergrund – Uvs Nuur

Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here

Uvs Nuur

28 km nordöstlich von Ulaangom. Ein See der Superlativen: Inmitten einer Wüste ist der Uws Nuur mit 3423 qkm der größte See der Mongolei, auf einer Höhe von 759 m der niedrigste Punkt der westlichen Mongolei und im Winter der kälteste Ort des ganzen Landes. 1974 wurden am Uws Nuur minus 57 Grad gemessen. Trotz seines hohen Salzanteils friert er im Winter regelmäßig zu. Im Sommer dagegen klettern die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius an und mehrere Sandstrände laden zum Beach-Volleyball ein. Das gibt Stoff für Postkarten an die Daheimgebliebenen: Strandurlaub in der Mongolei!

Der See gehört mit zum gleichnamigen Uvs Nuur Becken, das sich zwischen dem Altaigebirge und Russland erstreckt.

Paradies für Vogelfreunde

Das Wasser des Uws Nuur,  ist fünfmal salziger (1,9 Prozent Salzkonzentration) als der Pazifik, darin können Fische nicht überleben. Doch die zahlreichen Wasservögel geben sich auch mit den winzigen Garnelen des Sees zufrieden. Viele Vögel nisten auf der einzigen, für Menschen nicht erreichbaren Insel.

Welch unerwarteter Anblick: über den Uws Nuur krächzen schwärmeweise Seemöwen. Sie kommen von der chinesischen Südküste und verbringen in der Mongolei den Sommer.

Seit dem Jahr 2003 ist Uvs Nuur in das Kulturerbenverzeichnis der UNESCO eingetragen.

Steppenfuchs Reisen – Hintergrund – Nutztiere

Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here
Click Here

Fünf Nutztiere und ein Yak

Das mongolische Staatswappen zeigt deutlich, was im Mittelpunkt des Lebens der Mongolen steht: das Pferd. Über 2,5 Millionen Pferde ziehen in großen Herden über die freie Steppe, mehr als eines für jeden Mongolen. Ihr Stockmaß reicht selten über 1,40 m: Sie ähneln eher einem Pony. Die Tiere sind winterhart und scharren unter der dünnen Schneeschicht die Grasnarbe frei. Im Sommer sieht man sie oft im Hobeln, die sie an zu weiten Ausflügen hindern. Werden nur die beiden Vorderläufe aneinandergefesselt, so heißt diese Methode Tuscha, wird noch ein Hinterlauf hinzugebunden, spricht man von Tschödör. Pferde dienen als Reittiere, und die Stutenmilch gilt vor allem in den Aimag rund um Ulan-Bator als besondere Delikatesse. Doch gleich allen Nomadenvölkern steht der Besitz auch bei den Mongolen im Vordergrund, und die Größe der Herden hat eher traditionelle symbolische als wirtschaftliche Bedeutung.

Die Pferde stellen aber nur einen kleinen Teil der 25 Millionen Stück Vieh dar. 15 Millionen Schafe, deren schwarze Ohren und Flecken auf dem Kopf im ansonsten weißen Fell auffallen, und fünf Millionen Ziegen sichern die Ernährung der Bevölkerung. Hammelfleisch steht im Zentrum der mongolischen Küche. Und ein guter mongolischer Deel,( Mantel), ist auf der Innenseite mit mehreren Schafffellen ausgefüttert. Schließlich ergänzen drei Millionen Rinder und 500 000 Kamele den Viehbestand. Die Mongolei ist nach Indien und Pakistan das Land mit den meisten zweihöckrigen Kamelen, die im Gegensatz zum einhöckrigen Dromedar Wolle produzieren. Die Tiere verlieren ihr Kamelhaar Ende Juni, und es schlabbert ihnen dann in großen Fetzen am Körper. Man möchte ihnen aus ihrem zotteligen Winterfall heraushelfen. Für den Rest des Sommers sind sie, abgesehen von einem dünnen Flaum, nahezu nackt.

Das urtümlichste Nutzvieh der Mongolei aber ist zweifellos das asiatische Hochgebirgsrind, auch Grunzochse genannt. Sein dichtes, langes Harrkleid bedeckt den ganzen Körper, berührt auf der Bauchseite fast den Boden. Damit überlebt der Yak Temperaturen von bis zu – 50 C. die Widerristhöhe beträgt 1,50-2 m sein Gewicht liegt bei 500-600 kg. Der Schwanz ist lang und behaart. In der Mongoleiweiden etwa 500 000 Yaks. Sie sind auch in China (mehrere Millionen), Russland (140 000), in Indien (30 000), Bhutan (50 000) und Nepal (10 000) zu finden. Die heutigen Haustier – Yaks scheinen von den wilden Yaks abzustammen, von denen noch Restbestände (15 000) auf den Himalaja -Hängen in Tibet leben. Durch den Yak lassen sich hochliegende Gebirgsweiden nutzen, die andernfalls nicht verwendet werden könnten.

In der Mongolei ist er daher besonders an den Hängen des Altai-, des Khangai- und des Khentij- Gebirges anzutreffen. Yaks zeichnen sich durch gute Adaptionsfähigkeit an große Höhen aus. Ihre Luftröhre ist auffallend dich und voluminös, so dass sie sich einer beschleunigten Atemfrequenz anpassen können. Die Schweißdrüsen sind schlecht ausgebildet, so dass Transpiration und damit Wärmeverlust weitgehend vermieden wird. In Tibet ziehen si sogar auf über 5000 m hoch gelegene Sommerweiden. Schon eine kurze Grasdecke von nur 5 cm Länge kann abgeweidet werden, allerdings müssen die Tiere fast den ganzen Sommer hindurch ununterbrochen fressen. Im Winter wird die Grasnarbe unter dem Schnee freigescharrt. Steigungen bis zu 75 Prozent bewältigt der Yak ohne Schwierigkeiten. Seine Hufe sind an den Außenseiten besonders hart, in der Mitte mit einer weichen haut besetzt. Damit lässt sich ebenso gut klettern wie auch beim Abstieg die Wucht des Körpers abfangen. Diese Eigenschaft macht den Yak als Lasttier gut nutzbar. Zusätzlich produziert weibliche Yaks etwa 500 L besondere fetthaltige Milch pro Jahr. Schließlich ist der Yak als Fleischproduzent und Haarlieferant begehrt. Yakkühe behalten ihre Gebärfähigkeit bis zum relativ hohen Alter von 20 Jahren. Gute Erfolg wurden übrigens mit einer Kreuzung zwischen Rind und Yakbullen erzielt, in der Mongolei Sonnen – Hainag genannt. Auch den umkehrte Fall, der unfruchtbare Mond – Hainag ist möglich. Die Kreuzung übertrifft den Yak an Größe, Gewicht und Milchproduktion.

de_DE